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Einbürgerung Schweiz Kosten – Was du wirklich bezahlst

Praktische Übersicht der Einbürgerungskosten: Gebühren auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene, plus Sprachzertifikate und weitere Ausgaben.

Veröffentlicht am 2026-02-19·8 Min. Lesezeit
Alle Kosten der Schweizer Einbürgerung

Was kostet die Einbürgerung?

Es gibt keinen Einheitspreis für das Schweizer Bürgerrecht. Die Gesamtkosten setzen sich aus drei Ebenen zusammen — Bund, Kanton und Gemeinde — und jede erhebt ihre eigene Gebühr. Dazu kommen Ausgaben für Sprachzertifikate, Dokumentenübersetzungen und je nach Kanton einen Einbürgerungstest.

Für eine einzelne erwachsene Person liegt der Gesamtbetrag typischerweise zwischen CHF 1'000 und CHF 5'000. Die Spanne ist gross, weil die Gemeindegebühren von Ort zu Ort stark variieren. Paare zahlen zusammen mehr, aber nicht das Doppelte — einige Gebühren gelten pro Haushalt, nicht pro Person.

Die gute Nachricht: Alle Gebühren sind veröffentlicht und berechenbar. Es gibt keine versteckten Kosten. Du kannst deinen Gesamtbetrag ausrechnen, bevor du das Gesuch einreichst. Du kannst auch für den Test üben und die allgemeinen Voraussetzungen erfahren.

Jetzt handeln: Einige Kantone senken die Gebühren aktiv (z.B. Basel-Stadt abschafft sie ab Mitte 2026). Starte baldmöglichst dein Gesuch, um von den günstigen Bedingungen zu profitieren.

Bundesgebühren

Die Bundesebene ist der günstigste Teil. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) erhebt eine Pauschalgebühr, die überall in der Schweiz gleich ist.

Für eine Einzelperson: CHF 100. Für ein Ehepaar, das gemeinsam einbürgert: CHF 150. Für minderjährige Kinder im Gesuch der Eltern: CHF 50 pro Kind. Diese Gebühren sind seit Jahren unverändert und in der Bundesverordnung festgelegt.

Bezahlt wird, wenn das Gesuch die Bundesebene erreicht — meist gegen Ende des Verfahrens. Es ist ein kleiner Teil der Gesamtkosten, aber gut zu wissen.

Kantonsgebühren

Jeder Kanton legt seine eigene Einbürgerungsgebühr fest. Hier beginnen die Unterschiede.

Einige Beispiele: Zürich verlangt CHF 500 (CHF 250 unter 25 Jahren). Bern CHF 1'150 pro Erwachsene. Aargau CHF 750. Genf CHF 1'250 für Erwachsene über 25 (CHF 850 unter 25). Basel-Stadt erhebt derzeit CHF 850 für Erwachsene über 25, hat aber beschlossen, die Kantonsgebühr ab Mitte 2026 komplett abzuschaffen — unter 25-Jährige zahlen dann nur noch die Bundesgebühr.

Die meisten Kantone veröffentlichen ihre Gebührenordnungen online oder geben auf Anfrage Auskunft. Die Kantonsgebühr ist meist ein Pauschalbetrag pro erwachsene Person, mit Ermässigungen für Jugendliche und manchmal für Familien.

In mehreren Kantonen ändern sich die Gebühren gerade. Am besten vor der Gesuchstellung beim kantonalen Bürgerrechtsamt die aktuellen Zahlen erfragen.

Gemeindegebühren – der grosse Unsicherheitsfaktor

Die Gemeindegebühr ist der Posten, bei dem sich die Gesamtkosten um Tausende Franken unterscheiden können. Jede Gemeinde bestimmt ihren eigenen Preis, und die Spanne ist enorm.

Einige Gemeinden verlangen nur CHF 100. Andere gehen über CHF 1'500. In den meisten grösseren Städten liegt der Betrag bei CHF 400–800. Kleinere Gemeinden können günstiger oder deutlich teurer sein — ein Muster gibt es nicht.

Einige konkrete Beispiele: Die Stadt Zürich verlangt rund CHF 500 (kürzlich gesenkt — vorher waren es CHF 1'200). Die Stadt Bern berechnet CHF 400 pro Person. Im Aargau gehören die Gemeindegebühren mit CHF 1'500 pro Erwachsene zu den höchsten. Im Kanton Waadt sind die Gemeindegebühren mit CHF 100–400 eher moderat.

Vor der Gesuchstellung am besten bei der Gemeindeverwaltung anrufen und die genaue Gebühr erfragen. Manche Gemeinden erheben zusätzlich Kosten für das Einbürgerungsgespräch. Besser vorher wissen.

Weitere Kosten einplanen

Neben den offiziellen Gebühren gibt es mehrere kleinere Kosten, die sich summieren.

Sprachzertifikat: Du musst deine Sprachkenntnisse nachweisen (in der Deutschschweiz typischerweise B1 Sprechen/Hören, A2 Lesen/Schreiben). Ein fide-anerkannter Test kostet CHF 250–400 je nach Anbieter. Wer bereits ein anerkanntes Zertifikat hat, braucht kein neues.

Einbürgerungstest (GKT): In Kantonen, die einen verlangen, wie Zürich, ist der Test selbst teilweise kostenlos oder kostet bei externen Anbietern rund CHF 150–200. Nicht alle Kantone haben einen standardisierten Test — manche prüfen das Wissen im Gespräch.

Vermeiden Sie teure Wiederholungen

Preise anzeigen

Dokumentenbeschaffung und Übersetzungen: Geburtsurkunden, Strafregisterauszüge und andere Dokumente aus dem Herkunftsland brauchen oft beglaubigte Übersetzungen. Rechne mit CHF 50–150 pro Dokument. Wenn eine Apostille nötig ist, kommt noch mehr dazu.

Passfotos und administrativer Kleinkram: Nicht viel, aber vorhanden. CHF 20–50 insgesamt.

Alles zusammen belaufen sich diese Zusatzkosten meist auf CHF 300–800 über die drei Behördengebühren hinaus.

Das Verfahren Schritt für Schritt

So funktioniert das Einbürgerungsverfahren von Anfang bis Ende — und wann die Gebühren fällig werden.

Zuerst reichst du das Gesuch auf Gemeindeebene ein (Gemeindeamt). Du brauchst deine Unterlagen, das Sprachzertifikat und die Gemeindegebühr. Die Gemeinde prüft dein Dossier, lädt dich eventuell zum Einbürgerungsgespräch ein und beurteilt deine Integration. In manchen Kantonen legst du in dieser Phase den Einbürgerungstest ab.

Nach der Genehmigung durch die Gemeinde geht das Dossier an den Kanton. Das kantonale Bürgerrechtsamt prüft alles nochmals und erhebt die Kantonsgebühr. Dieser Schritt kann mehrere Monate dauern.

Zuletzt geht das Dossier ans Staatssekretariat für Migration (SEM) zur letzten Prüfung. Hier zahlst du die Bundesgebühr. Das SEM bestätigt, dass alle Voraussetzungen nach Bundesrecht erfüllt sind.

Wenn alle drei Stufen zugestimmt haben, erhältst du die Einbürgerungsurkunde und eine Einladung zur Einbürgerungsfeier. Das ganze Verfahren dauert je nach Kanton und Gemeinde 1,5 bis 3 Jahre.

Ein praktischer Tipp: Die meisten Gebühren werden fällig, wenn die jeweilige Stufe mit der Bearbeitung beginnt. Die Kosten verteilen sich also über die Zeit, nicht alles auf einmal. Trotzdem: Am besten den Gesamtbetrag im Voraus einplanen, damit es keine Überraschungen gibt.

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