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Beitritt zur Schweizerischen EidgenossenschaftGraubünden – Einbürgerungstest

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Die Drei Bünde schlossen sich zwischen 1497 und 1524 schrittweise der Schweizerischen Eidgenossenschaft an und wurden «zugewandte Orte» statt vollwertiger Kanton. Dieser Status bedeutete, dass sie mit…

Die Drei Bünde schlossen sich zwischen 1497 und 1524 schrittweise der Schweizerischen Eidgenossenschaft an und wurden «zugewandte Orte» statt vollwertiger Kanton. Dieser Status bedeutete, dass sie mit der Schweiz verbündet waren, aber ihre Unabhängigkeit behielten. Die Bünde kämpften Seite an Seite mit Schweizer Truppen, darunter in der entscheidenden Schlacht von Marignano 1515. Der volle Kantonsstatus kam erst mit Napoleons Neuordnung 1803, als das Gebiet der Drei Bünde in den modernen Kanton Graubünden umgewandelt wurde – den 18. Kanton der Schweiz.

Zugewandter Status 1497–1524

Schrittweiser Allianzprozess:

1497 – Grauer Bund verbündet sich mit den Schweizern:

  • Erster Bund, der eine Allianz bildete
  • Vertrag mit Uri, Schwyz, Unterwalden
  • Beginn der militärischen Zusammenarbeit

1498–1499 – Schwabenkrieg:

  • Drei Bünde kämpften mit der Eidgenossenschaft
  • Besiegten die habsburgischen Truppen
  • Stärkten die Bindungen zur Schweiz
  • Gotteshausbund verbündete sich 1498

1512 – Drei Bünde werden «zugewandte Orte»:

  • Offizieller alliierter Status
  • Keine Vollmitglieder, aber enge Verbündete
  • Teilnahme an der Tagsatzung mit beratender Stimme
  • Abstimmung über einigen sie betreffenden Belangen

1515 – Schlacht bei Marignano:

  • Truppen der Drei Bünde kämpften an der Seite der Schweizer
  • Niederlage der Eidgenossenschaft gegen Frankreich
  • Markierte das Ende der schweizerischen Expansion
  • Die Bünde hielten trotz der Niederlage die Allianz aufrecht

Kantonwerdung – 1803

Französische Invasion und Helvetische Republik (1798–1803):

  • 1798: Französische Revolutionsarmeen fielen in die Schweiz ein
  • 1799: Franzosen fielen in das Gebiet der Drei Bünde ein
  • Altes Regime abgeschafft, Helvetische Republik oktroyiert
  • Struktur der Drei Bünde aufgelöst
  • Verlust der Unabhängigkeit

Napoleons Mediationsakte (1803):

  • Napoleon reorganisierte die Schweizer Eidgenossenschaft
  • Drei Bünde zum einzigen Kanton Graubünden vereinigt
  • Wurde vollwertiger Kanton (nicht nur zugewandt)
  • 18. Kanton der Eidgenossenschaft
  • Name leitet sich vom «Grauen Bund» her

Was sich änderte:

  • Ein einziges Kantonsregiment geschaffen (zuvor drei separate Bünde)
  • Hauptort: Chur (grösste Stadt)
  • Einheitliche Verwaltung ersetzte das Bundes-System
  • Gleichberechtigtes Mitglied der Eidgenossenschaft
  • Demokratische Traditionen blieben erhalten
  • Lokale Autonomie erhalten (viele Gemeinden)

Verlust italienischer Gebiete:

  • Valtellina, Chiavenna, Bormio gingen verloren
  • Diese südlichen Gebiete waren von den Drei Bünden regiert worden
  • Beim Wiener Kongress 1815 Italien zugeschlagen
  • Graubünden auf das heutige Gebiet reduziert
  • Behielt aber italienischsprachige Täler (Bregaglia, Poschiavo)

Die Drei Bünde waren 300 Jahre lang «zugewandte Orte» der Schweiz, bevor sie vollwertiger Kanton wurden! Von 1512 bis 1803 waren sie Alliierte – der Schweiz nahe, aber nicht vollständig Teil davon. Stell dir vor, man wäre drei Jahrhunderte lang «fast» Mitglied eines Vereins! Erst Napoleons Neuordnung 1803 machte aus Graubünden endlich den 18. Kanton der Schweiz.

Die Schlacht bei Marignano 1515 war eine Katastrophe für die Schweizer – aber die Truppen der Drei Bünde kämpften tapfer an ihrer Seite! Diese Schlacht markierte das Ende der schweizerischen militärischen Expansion in Europa. Trotz der vernichtenden Niederlage gegen die Franzosen hielten die Drei Bünde die Allianz mit der Schweiz aufrecht. Manchmal kann eine gemeinsame Niederlage genauso verbinden wie ein gemeinsamer Sieg!

Merken Sie sich Graubündens Weg in die Schweiz: 1497–1512 (schrittweise Allianz, Grauer Bund 1497, alle drei Bünde bis 1512 zugewandt), Marignano 1515 (mit Schweiz gekämpft, Niederlage aber Allianz gehalten), Franzoseneinfall 1799 (Helvetische Republik, Bünde aufgelöst), 1803 (Napoleons Mediationsakte, Kantonswerdung, 18. Kanton, Verlust der Valtellina), Chur Hauptstadt. 300 Jahre zugewandt, 1803 endlich Kanton!