Ursprünge und frühe Geschichte – Neuenburg – Einbürgerungstest
Lange bevor Neuenburg ein Schweizer Kanton wurde, war es ein Fürstentum, das von einer Reihe europäischer Adelsfamilien regiert wurde. Sein Name — der 'neue Burg' bedeutet — geht auf eine um 1011 von …
Lange bevor Neuenburg ein Schweizer Kanton wurde, war es ein Fürstentum, das von einer Reihe europäischer Adelsfamilien regiert wurde. Sein Name — der 'neue Burg' bedeutet — geht auf eine um 1011 von König Rudolf III. von Burgund erbaute Festung zurück. Acht Jahrhunderte lang wechselte dieses Seeuferland durch Erbschaft, Krieg und Diplomatie den Besitzer und war damit eines der umkämpftesten Gebiete der Westschweiz.
Von Grafen zu Fürsten: Wer regierte Neuenburg?
Neuenburg durchlief mehrere Herrscherdynastien, bevor es der Schweiz beitrat:
- Grafen von Neuenburg regierten ab dem 11. Jahrhundert
- Das Haus Orléans-Longueville hielt das Fürstentum von 1504 bis 1707, eine Zeit französischenUltureinflusses
- Im Jahr 1707 entstand ein Erbfolgestreit mit 11 Anspruchstellern; die lokale Versammlung wählte den König von Preußen (Friedrich I.) — teils weil er Protestant war und weit genug entfernt, um nicht einzugreifen
- Preußen regierte Neuenburg über ein Jahrhundert, während es sich allmählich der Schweiz annäherte
- Im Jahr 1815 trat Neuenburg offiziell der Schweizerischen Eidgenossenschaft als 21. Kanton bei — noch immer unter preußischer Souveränität
Als Neuenburg 1707 einen neuen Herrscher brauchte, hatte die örtliche Versammlung 11 Kandidaten zur Auswahl — darunter französische und deutsche Fürsten. Sie wählten den König von Preußen ausdrücklich deshalb, weil er weit entfernt war und sich kaum in die täglichen Angelegenheiten einmischen würde.
Merken Sie sich die Abfolge: 'neue Burg' (1011) → Orléans-Longueville (1504–1707) → Preußen (1707) → Schweizerische Eidgenossenschaft (1815, als 21. Kanton). Jeder Übergang spiegelt wider, wer zu dieser Zeit in Westeuropa die Macht hatte.