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Obwalden: Schlacht bei Morgarten und militärisches ErbeObwalden – Einbürgerungstest

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Die Schlacht bei Morgarten 1315 begründete den militärischen Ruf der Schweiz und zeigte, dass Bergfreiheitskämpfer ein mächtiges Reich besiegen konnten. Unterwaldner Krieger kämpften gemeinsam mit Uri…

Die Schlacht bei Morgarten 1315 begründete den militärischen Ruf der Schweiz und zeigte, dass Bergfreiheitskämpfer ein mächtiges Reich besiegen konnten. Unterwaldner Krieger kämpften gemeinsam mit Uri und Schwyz gegen eine grosse österreichische Armee in einem engen Gebirgspass. Mit Guerillataktiken und Kenntnis des Geländes rollten sie Baumstämme und Steine auf die gepanzerten Ritter hinab – ein Sieg, der durch die Geschichte hallen und die berühmte Tradition der Schweizer Söldner mitbegründen sollte.

Die Schlacht bei Morgarten – 15. November 1315

David gegen Goliath in den Alpen

Vorgeschichte:

  • Herzog Leopold I. von Österreich (Habsburger) fiel ein
  • Wollte die Schweizer für ihre Unabhängigkeit bestrafen
  • Das junge Bündnis zerschlagen
  • Grosse, gut ausgerüstete österreichische Armee
  • Schwere Kavallerie und gepanzerte Ritter
  • Erwartete einen leichten Sieg

Das Schlachtfeld:

  • Morgarten bei Sattel
  • Schmaler Streifen zwischen Berg und sumpfigem Seeufer
  • Ideales Gelände für Hinterhalte – die Österreicher waren eingekesselt
  • Schweizer warteten in versteckten Positionen an den Hängen

Schweizer Taktik:

  1. Rollten Baumstämme und Steine den Hang hinab
    • Chaos im engen Pass
    • Pferde gerieten in Panik
    • Formation zerbrochen
  2. Infanterieangriff mit Hellebarden und Piken
    • Vorteil im Nahkampf
    • Beweglichkeit gegen schwere Rüstung
  3. Österreicher eingekesselt:
    • Berge auf einer Seite
    • Sumpfiger See auf der anderen
    • Kein Ausweichen möglich

Ergebnis:

  • Entscheidender Schweizer Sieg
  • Österreichische Armee zerschlagen
  • Herzog Leopold floh
  • Hunderte Österreicher getötet
  • Geringe Schweizer Verluste
  • Unabhängigkeit gesichert

Bedeutung:

  • Bewies, dass kleine Gemeinschaften Reiche besiegen konnten
  • Begründete den militärischen Ruf der Schweiz
  • Lancierte die Söldnertradition
  • Die Eidgenossenschaft begann zu wachsen (Luzern trat 1332 bei)
  • Morgarten wurde zur nationalen Legende

Schweizerisches militärisches Erbe

** vom Bergsieg zur Söldnertradition**

Nach Morgarten:

  • Die Schweizer Militärstärke wurde in ganz Europa berühmt
  • Der Sieg bewies, dass disziplinierte Infanterie gepanzerte Ritter besiegen konnte
  • Guerillataktiken im Gelände waren verheerend

Die Schweizer Söldnertradition:

  • Ab dem 15. Jahrhundert kämpften Schweizer Soldaten für ausländische Herrscher
  • Hoch geschätzt für:
    • Disziplin und Zuverlässigkeit
    • Pikformationen (entwickelt aus der Gebirgskriegsführung)
    • Furchtlosigkeit im Kampf
    • Loyalität zum Arbeitgeber
  • Garden für:
    • Französische Könige (Schweizer Garde im Louvre)
    • Papst (Päpstliche Schweizer Garde, gegründet 1506 – existiert noch!)
    • Italienische Stadtstaaten
    • Verschiedene europäische Höfe

Warum Schweizer Söldner gefürchtet waren:

  • Von Jugend an in Gebirgskriegsführung trainiert
  • Pikenquadrate (Gevierthaufen) – fast unschlagbar
  • Kämpften in dichten Formationen
  • Kombinierten Beweglichkeit mit defensiver Stärke
  • Ruf: ‚Kein schlimmerer Feind, kein besserer Freund'

Unterwaldens Beitrag:

  • Stellte viele Söldner wegen:
    • Bergkultur der Härte
    • Begrenzte wirtschaftliche Möglichkeiten zu Hause
    • Kriegertradition seit Morgarten
    • Armut in Alpentälern trieb junge Männer ins Ausland
  • Überweisungen unterstützten die Familien zu Hause

Ende der Söldnerzeit:

  • Die Schweiz verbot Söldnerdienste (ausser für den Vatikan) im Jahr 1848
  • Neutralitätspolitik
  • Nur die Päpstliche Schweizergarde in Rom besteht heute noch

Die Päpstliche Schweizergarde in Rom, gegründet 1506, beschützt heute noch den Papst – über 500 Jahre später! Dies ist der letzte Rest der berühmten Schweizer Söldnertradition, die nach Siegen wie Morgarten begann. Die Gardisten tragen noch immer die unverkennbaren Uniformen im Renaissance-Stil und führen Hellebarden. Sie müssen Schweizer, katholisch, männlich sein und die Grundausbildung in der Schweiz absolvieren, bevor sie dienen.

Nicht mehr die Underdogs! Nach Morgarten wurden Schweizer Soldaten so gefürchtet, dass europäische Armeen versuchten, Kämpfe gegen sie zu vermeiden. Die Redewendung ‚seinen Schweizer begegnen' wurde zum Euphemismus für den sicheren Tod. In der Schlacht bei Marignano 1515 erlitten die Schweizer eine seltene Niederlage – was die Schweiz tatsächlich in Richtung Neutralität trieb und die meisten Söldnerdienste für immer beendete.

Merke dir Obwaldens militärisches Erbe: Schlacht bei Morgarten 1315 (15. November, Unterwalden-Krieger + Uri + Schwyz vs. Österreich, Herzog Leopold, Hinterhalt-Taktik, rollten Stämme/Steine, entscheidender Sieg), Schweizer Söldner (disziplinierte Infanterie, Pikformationen, Päpstliche Schweizergarde 1506 existiert noch), Militärruf (in ganz Europa gefürchtet, ‚kein schlimmerer Feind, kein besserer Freund', endete 1848 ausser Vatikan). Obwalden = Morgarten-Sieg, Söldnertradition!