Ein Kanton entsteht – Thurgau – Einbürgerungstest
Die Geschichte, wie Thurgau ein Schweizer Kanton wurde, ist ungewöhnlich - es verbrachte 343 Jahre als 'gemeines Untertanenland', das gemeinsam von Schweizer Kantonen regiert wurde, bevor es 1803 endl…
Die Geschichte, wie Thurgau ein Schweizer Kanton wurde, ist ungewöhnlich - es verbrachte 343 Jahre als 'gemeines Untertanenland', das gemeinsam von Schweizer Kantonen regiert wurde, bevor es 1803 endlich den vollen Kantonsstatus erlangte. 1460 eroberten die Schweizer Eidgenossen Thurgau von den Habsburgern, aber anstatt es als gleichberechtigtes Mitglied willkommen zu heissen, regierten sie es als erobertes Territorium für Generationen. Erst Napoleons Neuordnung der Schweiz 1803 machte Thurgau schliesslich zum Vollkanton, was es zu einem der jüngsten politischen Einheiten der Schweiz macht trotz seiner langen Geschichte.
Eroberung 1460 & Untertanenland
Erobert 1460: Schweizer Eidgenossen besiegten habsburgische Kräfte und übernahmen die Kontrolle über Thurgau
Gemeines Untertanenland: Anstatt ein Kanton zu werden, wurde Thurgau als 'gemeines Untertanenland' regiert - ein Untertanengebiet, das von mehreren Schweizer Kantonen gemeinsam verwaltet wurde
343 Jahre Herrschaft: Von 1460 bis 1803 war Thurgau kein Vollmitglied der Eidgenossenschaft, sondern verwaltetes Territorium
Landvögte ernannt: Schweizer Kantone ernannten Gouverneure (Landvögte) zur Verwaltung Thurgaus, ohne lokale Selbstregierung
Keine Vertretung: Thurgau hatte keine Stimme in Schweizer Entscheidungen und sandte keine Abgeordneten zu Tagsatzungen, im Gegensatz zu Vollkantonen
Mediationsakte 1803
Napoleons Neuordnung: Nach der Invasion der Schweiz 1798 reorganisierte Napoleon die Schweizer Territorien
Mediationsakte 1803: Diese Verfassungsakte schuf Thurgau erstmals als Vollkanton und beendete 343 Jahre des Untertanenstatus
Hauptstadt Frauenfeld: Frauenfeld wurde als Kantonshauptstadt etabliert und dient als administratives Zentrum
Vereinigte Territorien: Der neue Kanton vereinte ehemals fragmentierte Territorien und Herrschaften in einer politischen Einheit
Später Beitritt: Thurgau trat der Schweizer Eidgenossenschaft als Vollkanton viel später als die meisten anderen bei - erst 1803, im Vergleich zu den ursprünglichen Kantonen von 1291
Thurgau wurde 343 Jahre lang als 'gemeines Untertanenland' von den Schweizern regiert! Nach der Eroberung von den Habsburgern 1460 regierten die Schweizer Kantone Thurgau gemeinsam, anstatt es zu einem Vollkanton zu machen. Erst Napoleons Neuordnung 1803 gab Thurgau schliesslich den vollen Kantonsstatus. Dies macht Thurgau zu einem der jüngsten Kantone der Schweiz politisch - es trat 1803 als Vollmitglied bei, über 500 Jahre nachdem die ursprünglichen drei Kantone die Eidgenossenschaft 1291 gegründet hatten!
Napoleon wird manchmal der 'Pate der modernen Schweizer Kantone' genannt, weil er so viele geschaffen hat! Die Mediationsakte von 1803 machte nicht nur Thurgau zum Kanton - sie schuf oder etablierte auch Aargau, Graubünden, St. Gallen, Thurgau, Tessin, Waadt und Wallis als Kantone. Napoleons Neuordnung verwandelte die Schweiz von einer losen Eidgenossenschaft von 13 Kantonen in einen zentralisierten Staat mit 19 Kantonen und legte den Grundstein für die moderne Schweiz. Ohne Napoleon wäre Thurgau heute vielleicht noch ein Untertanenland!
Thurgaus Weg zum Kanton merken: 1460 Eroberung (von Habsburgern durch Schweizer), gemeines Untertanenland (343 Jahre gemeinsam regiert, KEIN Kanton!), Landvögte-Gouverneure (von Schweizer Kantonen ernannt), 1803 Mediationsakte (Napoleon machte Thurgau zum Kanton), Frauenfeld Hauptstadt (neu errichtet), jüngste Kantone (beigetreten 1803, nicht 1291). Thurgau: Untertanenland 1460-1803, Napoleons Mediationsakte!