SwissCitizenship

Die Entstehung der Schweiz (1291) – Einbürgerungstest Schweiz

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Die Schweiz gilt traditionell als am 1. August 1291 gegründet, als sich drei kleine Gebiete in den Alpen zusammenschlossen, um einen Verteidigungsbund zu bilden. Dieser Bund, bekannt als 'Ewiger Bund'…

Die Schweiz gilt traditionell als am 1. August 1291 gegründet, als sich drei kleine Gebiete in den Alpen zusammenschlossen, um einen Verteidigungsbund zu bilden. Dieser Bund, bekannt als 'Ewiger Bund', markierte die Geburtsstunde dessen, was später zur modernen Schweiz wurde.

Im späten 13. Jahrhundert gehörten die Alpenregionen zum Heiligen Römischen Reich. Lokale Gemeinschaften, die man Kantone nennt, standen unter wachsendem Druck mächtiger Adliger, vor allem der Familie Habsburg. Die Menschen dreier Waldkantone — Uri, Schwyz und Unterwalden (aus dem später Obwalden und Nidwalden hervorgingen) — beschlossen, ihre Freiheit und Unabhängigkeit schützen zu müssen.

Der Bundesbrief von 1291

Auf einer Wiese namens Rütli mit Blick auf den Vierwaldstättersee unterzeichneten Vertreter der Kantone Uri, Schwyz und Unterwalden den Bundesbrief. Dieses Dokument begründete ein Beistandsbündnis: Wird ein Kanton angegriffen, sollen die anderen zu Hilfe eilen. Der Bundesbrief betonte, dass die Gemeinschaften sich selbst verwalten und ihre traditionellen Freiheiten vor fremder Einmischung schützen wollten.

Die drei ursprünglichen Kantone

Uri war eine Gemeinde im Bergtal, die die wichtige Route über den Gotthard durch die Alpen kontrollierte. Schwyz war für seine eigenständigen Bauern bekannt und gab der Schweiz ihren Namen. Unterwalden bestand aus zwei Tälern, die später zu den getrennten Kantonen Obwalden und Nidwalden wurden. Diese drei Regionen teilten ähnliche Werte: Es waren landwirtschaftlich geprägte Gemeinschaften, die ihre Eigenständigkeit und Selbstverwaltung hochschätzten.

Warum 'Schweiz' vom Schwyz kommt

Der Name «Schweiz» geht auf Schwyz zurück, einen der drei Urkantone. Auf Deutsch heisst das Land «Schweiz», auf Französisch «Suisse», auf Italienisch «Svizzera» und auf Rätoromanisch «Svizra» – alle Namen leiten sich von Schwyz ab. Der offizielle lateinische Name lautet «Confoederatio Helvetica» (Helvetische Eidgenossenschaft), weshalb der Ländercode «CH» verwendet wird.

Der Rütli-Eid

Gemäss schweizerischer Tradition versammelten sich die Vertreter der drei Urkantone auf der Rütliwiese und leisteten einen Eid gegenseitiger Hilfe und Solidarität. Dieser legendäre Eid ist als Rütlischwur bekannt. Während Historikerinnen und Historiker darüber streiten, ob diese konkrete Zeremonie tatsächlich stattgefunden hat, bleibt die Rütliwiese ein kraftvolles Symbol der Unabhängigkeit und Einheit der Schweiz. Noch heute wird der Schweizer Nationalfeiertag am 1. August gefeiert, zur Erinnerung an das traditionelle Gründungsdatum.

Das Originaldokument

Der originale Bundesbrief von 1291 existiert noch heute! Er wird im Bundesbriefmuseum in Schwyz aufbewahrt. In lateinischer Sprache auf Pergament verfasst, trägt er die Siegel der drei Urkantone. Dieses Dokument gehört zu den wertvollsten historischen Zeugnissen der Schweiz und symbolisiert den Beginn der schweizerischen Unabhängigkeit sowie die Anfänge der demokratischen Zusammenarbeit.

Wer waren die Habsburger?

Die Habsburger gehörten zu den mächtigsten Adelsfamilien des mittelalterlichen Europa. Sie beherrschten ausgedehnte Gebiete und stellten später die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Die Habsburger strebten danach, ihre Herrschaft auch in den Alpenraum auszudehnen, namentlich auf die drei Waldkantone. Diese Bedrohung durch die Habsburger war ein Hauptgrund dafür, dass Uri, Schwyz und Unterwalden ein Verteidigungsbündnis schlossen. Der Kampf gegen die Habsburgerherrschaft prägte einen grossen Teil der frühen Schweizer Geschichte.

Die Rütliwiese, auf der der Eid angeblich geschworen wurde, steht noch heute im gemeinsamen Besitz aller Schweizer Kantone. Am 1. August (Bundesfeier) finden dort Feierlichkeiten statt. Die Wiese ist zu einem so starken Symbol geworden, dass General Henri Guisan während des Zweiten Weltkriegs dort die obersten Militärkommandanten zusammenrief, um den Willen der Schweiz zu bekräftigen, unabhängig zu bleiben.

Was machte dieses Bündnis besonders?

Im Gegensatz zu vielen mittelalterlichen Bündnissen war der Bund von 1291 als «ewig» gedacht — er hatte kein Verfallsdatum. Der Bundesbrief enthielt zudem Bestimmungen zur friedlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen den Kantonen und legte grundlegende Regeln der Rechtspflege fest. Diese Betonung von Zusammenarbeit, gegenseitiger Hilfe und friedlicher Konfliktlösung wurde zu grundlegenden Prinzipien, die den Schweizer Föderalismus noch heute prägen.

Merken: Drei Urkantone (Uri, Schwyz, Unterwalden) unterschrieben 1291 auf der Rütliwiese den Bundesbrief. Der Bund wurde als «ewig» bezeichnet, und der Name Schweiz stammt von Schwyz. Das Originaldokument wird in Schwyz aufbewahrt, und der 1. August ist die Schweizer Bundesfeier. Merke: 3 Kantone, 1291, 1. August.