Stadt Glarus und der Grosse Brand – Glarus – Einbürgerungstest
Die Stadt Glarus, Kantonshauptstadt und Heimat von etwa 12'000 Einwohnern, hat eine dramatische Geschichte von Zerstörung und Wiedergeburt. In den Nächten vom 10. auf 11. Mai 1861 zerstörte eine durch…
Die Stadt Glarus, Kantonshauptstadt und Heimat von etwa 12'000 Einwohnern, hat eine dramatische Geschichte von Zerstörung und Wiedergeburt. In den Nächten vom 10. auf 11. Mai 1861 zerstörte eine durch heftige Föhnwinde angefachte Brandkatastrophe fast die ganze Stadt. Aber aus dieser Asche erhob sich eine geplante Stadt - Glarus wurde mit moderner Stadtplanung, breiten Strassen und Steingebäuden vollständig wiederaufgebaut. Heute zeugen das ungewöhnlich regelmässige Gitterlayout der Stadt und der offene Zaunplatz, wo sich die Landsgemeinde versammelt, von dieser bemerkenswerten Verwandlung.
Überblick zur Kantonshauptstadt
Stadt Glarus:
- Einwohnerschaft: ~12'000 (grösste Stadt des Kantons)
- Kantonshauptstadt - Sitz der Regierung
- Liegt im Zentrum des Haupttals (Mittelland)
- Wirtschaftliches und Verwaltungszentrum des Kantons
- Seit der Gemeindefusion 2011 umfasst die Stadt ein weiteres Gebiet
- Ehemalige Gemeinden: Glarus, Riedern, Ennenda
Wichtige Merkmale:
- Zaunplatz - der zentrale Platz, wo die Landsgemeinde tagt
- Grosser offener Raum für tausende Bürger
- Umgeben von Regierungsgebäuden
- Herz des politischen Lebens im Kanton
- Regierungsgebäude des Kantons
- Kirchen sowohl protestantischer als auch katholischer Konfession
- Schulen, kulturelle Einrichtungen, Einkaufen
- Eisenbahnverbindung nach Zürich
- Sauberes, geordnetes Erscheinungsbild durch geplanten Wiederaufbau
Der Grosse Brand von 1861
Die Katastrophe:
- 10.-11. Mai 1861: Grosses Feuer zerstörte Glarus
- Föhnwind - ein warmer, trockener Wind aus dem Süden - fachte die Flammen rasch an
- Feuer breitete sich unglaublich schnell durch die Stadt aus
- Fast die ganze Stadt brannte nieder
- Hunderte von Gebäuden zerstört
- Wunderlicherweise wenige Tote - die meisten Menschen entkamen rechtzeitig
- Wirtschaftskatastrophe für den Kanton
Der Föhn-Wind-Effekt:
- Föhn ist ein warmer, trockener Föhnwind, der über die Alpen aus dem Süden kommt
- Kann Orkanstärke in Alpentälern erreichen
- Extrem gefährlich für die Feuerausbreitung
- Der Föhn verwandelte ein beherrschbares Feuer in ein Inferno
- Funken sprangen über Strassen und entzündeten mehrere Gebäude
Ausmass der Zerstörung:
- Der grösste Teil des Stadtzentrums zerstört
- Häuser, Geschäfte, öffentliche Gebäude - alles verloren
- Nur wenige Gebäude überlebten
- Das Ausmass war verheerend für den kleinen Kanton
Wiederaufbau einer geplanten Stadt
Bemerkenswerte Gelegenheit:
- Die Zerstörung bot eine seltene Gelegenheit zur vollständigen Neugestaltung
- Stadt wurde vollständig wiederaufgebaut zwischen 1861 und den 1870er Jahren
- Geplanter Wiederaufbau - nicht nur Wiederaufbau des Vorhandenen
Moderne Stadtplanung:
- Breite Strassen zur Verhinderung von Feuerausbreitung in Zukunft
- Stein- und Ziegelgebäude ersetzten entflammbare Holzstrukturen
- Rasterlayout mit breiten Alleen
- Regelmässiger Abstand zwischen Gebäuden
- Moderne Sanitär- und Infrastruktur
Das Ergebnis:
- Glarus hat ein aussergewöhnlich regelmässiges, geplantes Erscheinungsbild
- Im Gegensatz zu den meisten Schweizer Städten, die über Jahrhunderte organisch wuchsen
- Strassen folgen einem logischen Muster
- Geordnete Layout, das seiner Zeit voraus war
- Die Stadt sieht anders aus als benachbarte Gemeinden
Langfristige Vorteile:
- Sicherer vor zukünftigen Bränden
- Besserer Verkehrsfluss
- Hygienischere Bedingungen
- Ästhetischer Anziehung der geordneten Strassen
- Ein lebendiges Beispiel der Stadtplanung des 19. Jahrhunderts
Zaunplatz - Landsgemeindeplatz
Herz der Direktdemokratie:
- Zaunplatz - der zentrale Platz, wo sich die Landsgemeinde versammelt
- Grosser offener Raum, der tausende Bürger fassen kann
- Umgeben von wichtigen Gebäuden:
- Kantonalen Regierungsgebäuden
- Kirchen
- Kulturellen Einrichtungen
Der Versammlungsort:
- Jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai versammeln sich hier die Bürger
- Abstimmung durch Handheben (Handmehr)
- Wahl von kantonalen Beamten
- Entscheidung über Gesetze und Budgets
- Direkteste Form der Demokratie in der Schweiz
Historische Bedeutung:
- Der Platz war Teil des Wiederaufbaus nach 1861
- Absichtlich als grosser offener Raum entworfen
- Zeigt die Bedeutung der Landsgemeinde für die Glaruser Identität
- Selbst nach dem Brand setzte sich die Tradition in der neuen Stadt fort
Heutige Nutzung:
- Wird immer noch für die jährliche Landsgemeinde verwendet
- Beherbergt auch Märkte und Veranstaltungen
- Symbolisches Zentrum des kantonalen politischen Lebens
- Touristenattraktion (Besucher kommen, um zu sehen, wo Bürger per Hand abstimmen)
Der Grosse Brand von 1861 hätte Glarus für immer zerstören können, aber stattdessen schuf er eine Gelegenheit für die Verwandlung. Die katastrophale Brandkatastrophe, durch heftige Föhnwinde angefacht, brannte fast die ganze Stadt nieder. Doch aus dieser Asche erhob sich ein neues Glarus - vollständig wiederaufgebaut mit moderner Stadtplanung, breiten Strassen, Steingebäuden und einem logischen Gitterlayout. Heute zeugt das ungewöhnlich regelmässige Erscheinungsbild der Stadt davon, wie aus Katastrophe Gelegenheit wurde und eines der besten Beispiele für geplantes Städtebau des 19. Jahrhunderts in der Schweiz entstand.
Der Zaunplatz in Glarus wurde absichtlich als massiver offener Raum speziell für die Landsgemeinde-Versammlung entworfen! Als die Stadt nach dem Brand von 1861 wiederaufgebaut wurde, sorgten die Planer dafür, einen Platz zu schaffen, der gross genug für tausende Bürger ist, um sich zu versammeln und durch Handheben abzustimmen. Dies zeigt, wie wichtig die Landsgemeinde-Tradition für die Glaruser Identität ist - sie haben buchstäblich ihre Stadt um ihre Demokratie herum gebaut!
Merke Stadt Glarus: ~12'000 Einwohner (grösste im Kanton), Kantonshauptstadt im Talzentrum, Grosser Brand 10.-11. Mai 1861 (Föhnwind-Katastrophe, fast ganze Stadt verbrannt), Geplanter Wiederaufbau (breite Strassen, Steingebäude, Rasterlayout 1860er-70er), Zaunplatz (Landsgemeindeplatz, für Versammlung entworfen), Eisenbahn nach Zürich. Glarus: aus Asche zur geplanten Stadt!