Die Grundlage ist Artikel 8 des Kantonalen Bürgerrechtsgesetzes, das die Landsgemeinde am 1. Mai 2016 beschlossen hat: Eingebürgert wird, wer geeignet und erfolgreich integriert ist, insbesondere wer «mit den Lebensgewohnheiten im Kanton vertraut und in die Gesellschaft eingegliedert ist» und «die mit dem Bürgerrecht verbundenen Rechte und Pflichten kennt»; die Behörden dürfen dafür «einen Ausweis über die bestandene Prüfung eines Integrations- oder Einbürgerungskurses» verlangen. Die Verordnung macht daraus ein Pflichtdokument: Zu den Gesuchsunterlagen gehört die nicht mehr als vier Jahre alte Bescheinigung über das erfolgreiche Bestehen des Tests des kantonalen Vorbereitungskurses (Art. 8 KBüV), und vertraut mit den lokalen Verhältnissen ist, wer über Grundkenntnisse der gesellschaftlichen, politischen, kulturellen, historischen und geografischen Verhältnisse im Kanton und in der Gemeinde verfügt (Art. 2). Die Gemeinden sagen es direkt: Ohne bestandene Prüfung kann die Gemeinde auf dein Gesuch nicht eintreten.
Die Prüfung nimmt die Kaufmännische Berufsfachschule Glarus am Zaunplatz 36 im Auftrag des Kantons ab. Der Weg beginnt mit dem obligatorischen Informationsabend (CHF 30, im Januar, März oder September, der nächste am 23. März 2027), an dem Ablauf, Zuständigkeiten und Anforderungen erklärt werden; ohne ihn kannst du weder Kurs noch Prüfung buchen. Danach hast du die Wahl: Der freiwillige Vorbereitungskurs (CHF 250 plus 25 für Lehrmittel; 20. April bis 25. Mai 2027, sechs Dienstagabende von 18.30 bis 20.30 Uhr) behandelt Schule, Arbeit und Versicherungen, Gesundheit, Rechte und Pflichten, das politische System und den Kanton Glarus und endet mit der mündlichen Prüfung am 1. oder 2. Juni 2027. Oder du bereitest dich im Selbststudium vor und meldest dich nur zur Prüfung an (CHF 100, zweimal jährlich im März und Oktober, nächster Termin 21. Oktober 2027, beschränkte Plätze nach Zahlungseingang). Geprüft werden Geschichte, Geografie, Kultur, Staatskunde, politische Rechte und Pflichten sowie Sozialversicherungen der Schweiz, des Kantons Glarus und deiner Wohngemeinde. Wer besteht, erhält die vier Jahre gültige Bestätigung. Das kantonale Merkblatt empfiehlt dazu «ECHO – Informationen zur Schweiz» des HEKS und «Die Schweiz verstehen» des hep-Verlags mit seiner Gratis-App.
Die zweite Stufe ist das Gespräch in der Gemeinde. Nach der kantonalen Vorprüfung entscheidet die Einbürgerungsbehörde der Gemeinde über das Gemeindebürgerrecht und kann vorgängig ein Einbürgerungsgespräch führen (Art. 18 KBüG); die Verordnung verpflichtet sie, dich vorher über Ablauf und Gegenstand zu informieren und sich «am vermittelten Inhalt des Vorbereitungskurses oder an einem standardisierten Fragekatalog» zu orientieren (Art. 2 KBüV). Geprüft werden Vertrautheit und Eingliederung anhand deines deutschsprachigen Lebenslaufs, des Gesprächs, der Prüfungsbestätigung und weiterer Abklärungen wie Referenzauskünften. In Glarus führt das der Einbürgerungsrat mit sieben Mitgliedern, dem die Gemeindeverwaltung die Entscheidgrundlagen aufbereitet; in Glarus Nord die Einbürgerungskommission aus Gemeindepräsident, einem Gemeinderat und drei Parteivertretern, die die Gespräche führt und über das Bürgerrecht entscheidet; in Glarus Süd lädt die Einbürgerungskommission zu einem rund einstündigen Gespräch über Deutschkenntnisse, politische und gesellschaftliche Grundkenntnisse, Integration und Erwerbsleben, und der Gemeinderat nimmt dich ins Bürgerrecht auf.
Unsere 35 Fragen zum Kanton Glarus decken den kantonalen Teil beider Stufen ab: den Beitritt zur Eidgenossenschaft 1352 im selben Jahr wie Zug, die Schlacht bei Näfels 1388 und die Näfelser Fahrt, Zwingli als Pfarrer in Glarus, die Landsgemeinde am ersten Sonntag im Mai auf dem Zaunplatz mit Stimmrecht ab 16, die Wahl von Landammann und Richterinnen und Richtern durch die Landsgemeinde, den Landrat mit 60 und den Regierungsrat mit fünf Mitgliedern, die drei Gemeinden Glarus Nord, Glarus und Glarus Süd seit 2011, den Brand von Glarus 1861 und den Föhn, Tödi und Klöntalersee, die Glarner Hauptüberschiebung im UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona, Schabziger und die Textildruckgeschichte. Ergänze sie mit den Lektionen zu Politik, Geschichte und Geografie der Schweiz und übe die Antworten laut: Beide Prüfungen sind mündlich.