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Trennung von ObwaldenNidwalden – Einbürgerungstest

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Über 500 Jahre lang existierten Nidwalden und Obwalden als Unterwalden — ein Kanton mit zwei Tälern. 1803 trennte Napoleons Mediationsakte sie formell in unabhängige Halbkantone. Diese Trennung anerka…

Über 500 Jahre lang existierten Nidwalden und Obwalden als Unterwalden — ein Kanton mit zwei Tälern. 1803 trennte Napoleons Mediationsakte sie formell in unabhängige Halbkantone. Diese Trennung anerkannte die Realität, dass zwei verschiedene Gemeinschaften sich seit Jahrhunderten selbst regierten, während sie ihr gemeinsames historisches Erbe beibehielten.

Ein Kanton, zwei Landsgemeinden

Lange vor der formellen Trennung operierten Nidwalden und Obwalden als de facto unabhängige Einheiten. Jedes Tal hielt seine eigene Landsgemeinde (Freiluftversammlung) mit Stimmrecht. Wenn Angelegenheiten ganz Unterwalden betrafen, trafen sich Vertreter beider Versammlungen gemeinsam — aber jedes Tal behielt die Kontrolle über lokale Angelegenheiten. Die beiden Gemeinschaften hatten unterschiedliche wirtschaftliche Interessen, geografische Ausrichtungen und sogar Dialekte. Doch in Bundesangelegenheiten stimmten sie als eine Einheit, was Unterwalden eine einzige Stimme in der Tagsatzung gab, trotz zweier Bevölkerungen.

Napoleons Mediationsakte (1803)

Nachdem Napoleon 1798 in die Schweiz einmarschierte, reorganisierte er das Land. Die Mediationsakte von 1803 war seine verfassungsrechtliche Regelung, die die Schweizer Souveränität wiederherstellte und gleichzeitig die Kantone neu strukturierte. Für Unterwalden bedeutete dies die formelle Trennung in Nidwalden und Obwalden als eigene Halbkantone. Jeder hatte nun seine eigene Stimme in Bundesangelegenheiten — was ihre Verdoppelung ihrer Vertretung verdoppelte. Beide Kantone behielten ihren historischen Status als ursprüngliche Gründungsmitglieder und bewahrten das Prestige, zu den Urkantonen der Schweiz zu gehören, obwohl sie nun getrennte Entitäten waren.

Der Halbkantonstatus gab Nidwalden und Obwalden jeweils eine Stimme (statt halben Stimmen) im Ständerat, was sicherstellte, dass kleine Kantone nicht von grossen wie Zürich oder Bern übervorteilt wurden.

Merke: NIDwalden = NIEDER (unten), OBwalden = OBEN (oben) — ihre Namen beschreiben ihre Geografie im Verhältnis zum Wald.