Wie viele Menschen 2025 Schweizer wurden
2025 wurden in der Schweiz rund 41'100 Menschen eingebürgert – etwa 33'500 über die ordentliche und rund 7'600 über die erleichterte Einbürgerung. (Falls dir die etwas höhere Zahl 41'269 begegnet: Sie zählt alle Erwerbe des Bürgerrechts, inklusive einiger Hundert Fälle durch Erklärung oder Adoption.) Das Bundesamt für Statistik veröffentlichte die Zahlen 2025 im April 2026.
Zur Einordnung: Die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz liegt bei rund 9,1 Millionen, davon etwa 27 % ausländische Staatsangehörige – rund 2,4 Millionen Menschen. Trotzdem bürgern sich pro Jahr nur etwa 2 bis 3 von 100 berechtigten Personen ein. Schweizer zu werden, füllt also jedes Jahr ein Stadion – bleibt aber etwas, das jährlich nur eine Minderheit der berechtigten Bevölkerung tut.
Die Aufteilung zwischen ordentlicher und erleichterter Einbürgerung ist Jahr für Jahr stabil: rund 81 % ordentlich, 19 % erleichtert. Die erleichterte Einbürgerung ist der schnellere Bundesweg für bestimmte Gruppen – vor allem Ehepartner von Schweizerinnen und Schweizern sowie die dritte Generation. Wenn du unsicher bist, welcher Weg für dich gilt, erklärt unser Beitrag zur ordentlichen und erleichterten Einbürgerung den Unterschied.
Woher die neuen Schweizer kommen
Die grössten Gruppen neuer Bürgerinnen und Bürger spiegeln die grössten Zuwanderungsgemeinschaften der Schweiz. 2025 waren die häufigsten Herkunftsländer ungefähr (gerundete Zahlen):
- Deutschland – rund 8'800
- Italien – rund 4'200
- Frankreich – rund 3'800
- Kosovo – rund 2'100
- Portugal – rund 1'800
- Türkei – rund 1'400
- Nordmazedonien – rund 1'300
- Spanien – rund 1'300
- Serbien – rund 1'100
- Vereinigtes Königreich – rund 900
Es gibt eine überraschende Wendung, die du kennen solltest. Die grössten Wohnbevölkerungen bürgern sich nicht immer am schnellsten ein: Lange ansässige italienische und portugiesische Personen bürgern sich gemessen an ihrer Gemeinschaft eher langsam ein, während sich manche kleinere Gemeinschaften häufiger einbürgern. Die Gründe sind eine Mischung aus Aufenthaltsdauer, der Frage, ob das Herkunftsland die Doppelbürgerschaft zulässt, und persönlichen Umständen. An den Voraussetzungen ändert das nichts – aber es erklärt, warum die Rangliste nach reinen Zahlen so aussieht, wie sie aussieht.
Der grosse Unterschied zwischen den Kantonen
Wo du wohnst, verändert deine Chancen stärker als fast alles andere. Betrachtet man die Einbürgerungsziffer – Einbürgerungen pro 100 ausländische Personen mit Niederlassungsbewilligung –, zeigen die aktuellsten kantonalen Zahlen (2023) eine eindrückliche Spannweite:
- Am höchsten: Waadt mit rund 5,5 %, Genf um die 4 % und Zürich etwa 3,6 % – alle deutlich über dem Schweizer Schnitt von rund 3 %.
- Am tiefsten: Appenzell Innerrhoden mit etwa 0,3 %, weitere kleine ländliche Kantone ebenfalls am unteren Ende.
Das ist mehr als ein zehnfacher Unterschied zwischen den aktivsten und den passivsten Kantonen. In absoluten Zahlen ist das Bild ähnlich: 2024 bürgerte Zürich mit Abstand am meisten Menschen ein (9'673), während Appenzell Innerrhoden nur 7 einbürgerte.
Ein verbreiteter Irrtum gehört hier korrigiert: Es stimmt nicht, dass französischsprachige Kantone weit weniger einbürgern als deutschsprachige. Tatsächlich gehören Waadt und Genf – beide französischsprachig – zu den höchsten. Der eigentliche Graben verläuft eher zwischen Stadt und Land: grosse, städtisch geprägte Kantone bürgern tendenziell häufiger ein als kleine ländliche. Einen direkten Vergleich, wie die Kantone bei Tests und Regeln abschneiden, findest du in unserem Kantonsvergleich.
Erfolgsquoten und wie lange es dauert
Zwei Fragen kommen ständig: Werde ich abgelehnt? und Wie lange dauert es? Ehrliche Antworten brauchen etwas Sorgfalt bei den Zahlen.
Ablehnungsquoten. Die Schweiz veröffentlicht keine einzelne saubere nationale Ablehnungsquote, und die genannten Werte schwanken stark, je nachdem, was gezählt wird (formelle Ablehnungen sind selten; viele „Misserfolge“ sind Rückzüge oder Dossiers, die nie abgeschlossen werden). Schätzungen in den Medien beziffern die reale Misserfolgsquote auf rund 10 %, meist wegen nicht erfüllter Aufenthaltsdauer, finanzieller Abhängigkeit oder eines Strafregistereintrags. Ein konkretes aktuelles Beispiel: In Genf lehnte das kantonale Migrationsamt 2025 nach eigenen Angaben 345 von 3'723 Gesuchen ab – rund 9 % –, ganz überwiegend wegen strafrechtlicher Verurteilungen. Nimm jede einzelne Prozentzahl als Schätzung, nicht als Gesetz.
Dauer. Die ordentliche Einbürgerung dauert meist rund 18 bis 24 Monate von der Einreichung bis zum Entscheid und kann in langsameren Kantonen bis zu drei Jahre gehen. Die erleichterte Einbürgerung ist in der Regel schneller, oft 12 bis 18 Monate. Die grössten Variablen sind dein Kanton und deine Gemeinde sowie die Vollständigkeit deines Dossiers bei der Einreichung. Unser Beitrag dazu, wie lange die Einbürgerung dauert, schlüsselt die Etappen auf, und falls ein Entscheid negativ ausfällt, behandelt was tun bei einer Ablehnung deine Optionen.
Was die Zahlen für dich bedeuten
Tritt einen Schritt von der Statistik zurück, und drei praktische Lehren stechen heraus.
Erstens: Die Einbürgerung ist normal und machbar – Zehntausende tun es jedes Jahr, aus allen erdenklichen Hintergründen. Zweitens: Dein Kanton zählt – Quote, Kosten, Dauer und sogar das Testformat hängen stark davon ab, wo du wohnst; plane darum nach deiner Gemeinde, nicht nach dem Landesschnitt. Drittens, und am wichtigsten: Den Teil, den du vollständig in der Hand hast, ist die Vorbereitung. Die meisten Ablehnungen liegen an noch nicht erfüllten Voraussetzungen oder einem zu früh eingereichten Dossier – nicht an einer Fangfrage im Test. Die Regeln zu kennen und den Wissenstest sauber zu bestehen, liegt klar in deiner Macht.
Das ist die eigentliche Botschaft hinter den Zahlen: Die Statistik beschreibt die Landschaft, aber dein eigenes Ergebnis entscheidet sich daran, dein Dossier richtig zu machen und deine Staatskunde zu kennen. Der nützlichste nächste Schritt ist schlicht, zu testen, wo du stehst – mach ein paar Probeprüfungen, sieh dein Resultat und mach aus den Lücken einen Lernplan. Eine starke, korrekte Vorbereitung bringt dich von einer Statistik zu einer neuen Bürgerin oder einem neuen Bürger.
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