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Einbürgerungstest-Glossar: 30 Begriffe, die immer vorkommen

Ständemehr, Konkordanz, fakultatives Referendum: die 30 Staatskunde-Begriffe, auf die Einbürgerungstest und Gespräch immer wieder zurückkommen, jeder in wenigen Sätzen erklärt.

Veröffentlicht am 2026-09-04·12 Min. Lesezeit

Geprüft von Redaktion Einbürgerungstests.ch, Fachredaktion Einbürgerung · Zuletzt überprüft 2026-09-04

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit leeren Seiten, eine Messinglupe, eine Reihe leerer Holzplättchen und ein geschnitztes rotes Schweizerkreuz auf einem dunklen Tisch

Warum die Begriffe wichtiger sind als die Jahreszahlen

Einbürgerungstests fragen selten nach einer Jahreszahl. Sie fragen, was ein Ständemehr ist, wer im Ständerat sitzt oder warum der Bundesrat sieben Mitglieder hat. Die Prüfenden wollen wissen, ob du verstehst, wie das Land funktioniert, und die Begriffe sind die Eintrittskarte. Die 30 Begriffe unten kommen in jedem kantonalen Lehrplan vor, den wir verglichen haben. Jeder Eintrag gibt dir die Definition, die Zahl oder Regel dazu und den Ort, an dem er auftaucht. Lies sie einmal durch, und lass dann die Kapitel des Handbuchs die Geschichte dahinter erzählen.

Der Staat und seine Ebenen

Föderalismus. Die Macht ist auf den Bund, die 26 Kantone und rund 2100 Gemeinden verteilt. Jeder Kanton hat eine eigene Verfassung, ein Parlament, eine Regierung und Gerichte. Die Einbürgerung selbst läuft über alle drei Ebenen.

Subsidiarität. Eine Aufgabe gehört auf die unterste Ebene, die sie erfüllen kann. Der Bund greift nur ein, wo die Kantone es nicht können, ein Grundsatz, der in der Bundesverfassung steht.

Gemeindeautonomie. Gemeinden entscheiden lokale Fragen: Schulen, Gemeindesteuern, Bauvorschriften und, für dich wichtig, die erste Stufe der Einbürgerung.

Halbkanton. Sechs Kantone zählen im Ständerat und beim Ständemehr halb: Obwalden, Nidwalden, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden. Jeder schickt ein Mitglied statt zwei.

Landsgemeinde. Die Versammlung unter freiem Himmel, in der die Stimmberechtigten per Handzeichen abstimmen. Sie besteht noch in zwei Kantonen, Glarus und Appenzell Innerrhoden, und ist die älteste noch gelebte Form direkter Demokratie.

Amtssprachen. Deutsch, Französisch und Italienisch sind die Amtssprachen des Bundes; Rätoromanisch gilt im Verkehr mit Rätoromanischsprachigen als Amtssprache. Alle vier sind Landessprachen.

Parlament und Regierung

Bundesversammlung. Das eidgenössische Parlament aus zwei gleichberechtigten Kammern. Ein Gesetz braucht die Zustimmung beider.

Nationalrat. Die grosse Kammer: 200 Sitze, nach Bevölkerung auf die Kantone verteilt, alle vier Jahre im Proporz gewählt. Zürich hat die meisten Sitze; mehrere kleine Kantone haben einen.

Ständerat. Die kleine Kammer: 46 Sitze, zwei pro Kanton und einer pro Halbkanton, unabhängig von der Bevölkerung. Uri wiegt hier so viel wie Bern.

Vereinigte Bundesversammlung. Beide Kammern gemeinsam. So wählen sie den Bundesrat, den Bundeskanzler und die Bundesrichter.

Bundesrat. Die siebenköpfige Regierung, für vier Jahre von der Vereinigten Bundesversammlung gewählt. Jedes Mitglied führt ein Departement; das Präsidium wechselt jährlich und bringt keine zusätzliche Macht.

Kollegialität. Der Bundesrat entscheidet als Gremium, und jedes Mitglied vertritt den Entscheid nach aussen, auch wenn es intern dagegen gestimmt hat.

Konkordanz. Die grössten Parteien teilen sich die Regierung, statt sich in Mehrheit und Opposition zu spalten. Seit 1959 kennt die Schweiz keine formelle Opposition in der Regierung.

Zauberformel. Die ungeschriebene Regel, die die sieben Sitze auf die vier grössten Parteien verteilt. Die genaue Aufteilung hat sich seit 1959 verändert, das Prinzip des proportionalen Teilens nicht.

Direkte Demokratie

Volksinitiative. 100 000 Unterschriften, innert 18 Monaten gesammelt, bringen eine Verfassungsänderung zur Abstimmung. Sie braucht das doppelte Mehr.

Obligatorisches Referendum. Jede Änderung der Bundesverfassung und bestimmte Staatsverträge kommen zwingend vor Volk und Stände. Niemand muss Unterschriften sammeln.

Fakultatives Referendum. 50 000 Unterschriften innert 100 Tagen, oder acht Kantone, erzwingen die Abstimmung über ein vom Parlament beschlossenes Bundesgesetz. Es entscheidet das einfache Volksmehr.

Volksmehr. Mehr als die Hälfte der gültigen Stimmen im ganzen Land.

Ständemehr. Mehr als die Hälfte der Kantone, wobei Halbkantone halb zählen. Verfassungsabstimmungen brauchen Volks- und Ständemehr, das doppelte Mehr.

Vernehmlassung. Bevor ein Entwurf ins Parlament kommt, dürfen Kantone, Parteien und Verbände Stellung nehmen. Deshalb dauern Schweizer Gesetze länger, und deshalb werden so wenige später gekippt.

Recht, Rechte und Bürgerrecht

Bundesverfassung. Der geltende Text stammt von 1999 und ist seit 2000 in Kraft. Die erste Bundesverfassung von 1848 schuf die moderne Schweiz; die Revision von 1874 brachte das fakultative Referendum.

Bundesgericht. Das höchste Gericht mit Sitz in Lausanne. Anders als viele Verfassungsgerichte kann es ein Bundesgesetz nicht aufheben, weil Parlament und Volk das letzte Wort haben.

Bürgerrecht. Das Schweizer Bürgerrecht ist dreistufig: Gemeinde-, Kantons- und Schweizer Bürgerrecht, immer zusammen erworben. Darum stimmt deine Gemeinde über dich ab.

Ordentliche Einbürgerung. Der Regelweg: C-Bewilligung, zehn Jahre Aufenthalt, davon drei in den letzten fünf, nachgewiesene Integration und Sprachkenntnisse (B1 mündlich, A2 schriftlich), entschieden auf allen drei Ebenen.

Erleichterte Einbürgerung. Der Bundesweg für Ehepartner von Schweizerinnen und Schweizern nach fünf Jahren in der Schweiz und drei Jahren Ehe, und seit 2018 für Ausländer der dritten Generation. Das SEM entscheidet.

Niederlassungsbewilligung C. Die unbefristete Aufenthaltsbewilligung. Ohne sie ist keine ordentliche Einbürgerung möglich.

Gesellschaft und die Dinge, über die man streitet

Milizsystem. Öffentliche Ämter als Nebentätigkeit zum Beruf: Die meisten Parlamentsmitglieder, die Armee und unzählige Gemeindekommissionen funktionieren so. Prüfende fragen gern, warum.

AHV. Die Alters- und Hinterlassenenversicherung, seit 1948 in Kraft, die erste Säule der Altersvorsorge. Das Referenzalter liegt bei 65 Jahren.

Drei-Säulen-Prinzip. Staatliche Versicherung (AHV/IV), berufliche Vorsorge (BVG) und private Vorsorge (Säule 3a/3b), 1972 in der Verfassung verankert.

Röstigraben. Der kulturelle und politische Graben zwischen Deutsch- und Westschweiz, sichtbar, wenn Abstimmungsergebnisse entlang der Sprachgrenze auseinandergehen.

Das waren die 30. Hat dich ein Begriff oben stocken lassen, ist das dein nächstes Kapitel; das Handbuch führt alle im Glossar, mit Querverweisen in die Lektion, die den Begriff erklärt.

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Häufige Fragen zu diesem Thema

Muss ich alle 30 Begriffe auswendig lernen?

Nein. Test und Gespräch fragen, was ein Mechanismus bewirkt, nicht nach einer Wörterbuchdefinition. Kannst du in eigenen Worten erklären, was ein fakultatives Referendum auslöst und wer es ergreifen kann, hast du, was die Prüfenden wollen.

Wo kommen diese Begriffe im Test vor?

Vor allem in den Kapiteln zu Politik und Demokratie des schriftlichen Tests und im ganzen Gespräch, wo aus einer Frage zu deiner Gemeinde schnell eine zum dreistufigen Bürgerrecht wird. Im Handbuch steht jeder Begriff in seinem Kapitel und noch einmal im Glossar mit Querverweis.

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