Paragraf 9 des Basellandschaftlichen Bürgerrechtsgesetzes zählt auf, was erfolgreiche Integration heisst: Deutsch, mit dem du dich in der Gemeinde, mit Behörden, im Wirtschaftsleben und in der Ausbildung gut verständigen kannst; Teilnahme am sozialen Leben und Kontakte zur schweizerischen Bevölkerung; Grundkenntnisse der geografischen, historischen, politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in der Schweiz, im Kanton und in der Gemeinde samt Vertrautheit mit Lebensgewohnheiten, Sitten und Gebräuchen; Erwerbstätigkeit oder Bildung; ein schriftliches Bekenntnis zur freiheitlich-demokratischen Staatsform; Beachtung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Einen schriftlichen Test kennt das Gesetz nicht: Sprache, soziale Integration und Grundkenntnisse prüft der Bürgerrat oder Gemeinderat im Integrationsgespräch, die übrigen Punkte prüft die Sicherheitsdirektion, die dich ebenfalls zu einem persönlichen Gespräch einlädt.
Wie das Gespräch abläuft, regelt jede Bürgergemeinde in ihrem Einbürgerungsreglement. In Liestal führt es die Einbürgerungskommission, und die Bürgergemeinde schreibt offen, dass es Testcharakter hat: Die Kommission prüft, ob du die Voraussetzungen erfüllst, und beantragt dem Bürgerrat danach Aufnahme, Abweisung oder Rückstellung. In Allschwil stellst du im ersten Teil dich und deine Beweggründe vor; im zweiten Teil fragt der Bürgerrat nach Staatskunde (Grösse und Einwohnerzahl von Schweiz, Kanton und Gemeinde, Landessprachen, Anzahl Kantone), Geografie (Gebirge, Seen, Flüsse, Regionen), Demokratieverständnis, Rechten und Pflichten, Geschichte, Neutralität, Sitten und Gebräuchen sowie deiner Verbundenheit mit Allschwil. Ein zweites Gespräch kostet dort CHF 500 zusätzlich, in Aesch CHF 250.
Den Lernstoff bekommst du von den Bürgergemeinden selbst. Der Verband Basellandschaftlicher Bürgergemeinden hat im August 2026 einen 18-seitigen Leitfaden zur Vorbereitung auf das staatskundliche Gespräch herausgegeben: Geschichte der Schweiz von 1291 bis heute, Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt, Rechtsstaat, Behörden in Bund, Kantonen und Gemeinden, Föderalismus, Einwohner- und Bürgergemeinde, dazu der Kanton Basel-Landschaft mit seinen fünf Bezirken und 86 Gemeinden, die Wohngemeinde und die aktuelle Besetzung von Bundesrat, Regierungsrat, National- und Ständerat, Landrat, Gemeinderat und Bürgerrat. Der Leitfaden betont, dass er nicht auswendig gelernt, sondern verstanden werden soll. Allschwil händigt spätestens mit der Einladung ein Vademecum aus, Aesch und Muttenz haben eigene Leitfäden, Reinach lässt das Staatskundewissen von einem Berufsschullehrer vermitteln, und Muttenz empfiehlt die Staatskundekurse des Ausländerdienstes Baselland in Pratteln.
Unsere 50 Fragen zum Kanton Basel-Landschaft decken genau diese Themen ab: die Kantonstrennung von 1833 und die Hülftenschanz, den Hauptort Liestal, die fünf Bezirke und 86 Gemeinden, den Landrat mit 90 und den Regierungsrat mit 5 Mitgliedern, das Laufental, Augusta Raurica, die Ergolz, Schweizerhalle und den Chienbäse. Vier Beispiele siehst du unten; die Bundeslektionen zu Föderalismus, direkter Demokratie, Rechten und Pflichten und Geschichte folgen dem Aufbau des Verbandsleitfadens.