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JU

Einbürgerungstest Jura: das Gespräch mit Fragebogen zu Geografie, Geschichte, Staatskunde und Allgemeinwissen, Französisch B1 und A2, zwei Jahre in der Gemeinde

Der Kanton Jura kennt keinen schriftlichen Einbürgerungstest. Im Laufe des Verfahrens lädt dich der Service de la population (SPOP) zu einem Gespräch ein, in dem du einen Fragebogen über deine Kenntnisse der Schweiz und des Jura beantwortest; er umfasst vier Themen: Geografie, Geschichte, Staatskunde und Allgemeinwissen. Wie viele Fragen es sind und ab wann du bestanden hast, sagt der Kanton nicht. Vorbereiten kannst du dich im Kurs, den der SPOP bei AvenirFormation in Delémont bestellt hat: 18 Lektionen in sechs Wochen für CHF 250, zu Geografie und Geschichte, Demokratie, Föderalismus und Bürgerrecht sowie Sozialversicherungen, Gesundheit, Arbeit und Bildung.

  • 7 Lektionen
  • 49 Fragen

Die übrigen Regeln sind bundesnah und stehen in einem der ältesten kantonalen Bürgerrechtsgesetze der Schweiz, der Loi sur le droit de cité vom 9. November 1978: zehn Jahre in der Schweiz mit den letzten zwei Jahren in derselben jurassischen Gemeinde, C-Bewilligung, Französisch B1 mündlich und A2 schriftlich, drei Jahre ohne Sozialhilfe, bezahlte Steuern, keine Betreibungen. Die Gemeinde verspricht das Gemeindebürgerrecht an der Gemeindeversammlung oder im Conseil général, dann bewilligt der Bund, und die Kantonsregierung, das Gouvernement, erteilt Gemeinde- und Kantonsbürgerrecht zusammen, nachdem du die Gebühr bezahlt und vor einer Regierungsdelegation ein feierliches Versprechen abgegeben hast. Diese Seite fasst zusammen, was Gesetz, Dekret, Verfassung, die Seiten des SPOP, AvenirFormation, die Gemeinden Delémont, Haute-Sorne und Porrentruy und die kantonale Statistik am 6. September 2026 sagten; jede Angabe ist mit ihrer Quelle verlinkt.

Die Voraussetzungen im Kanton Jura auf einen Blick

Aufenthalt in der Schweiz
10 Jahre insgesamt nach Bundesrecht, davon 3 in den 5 Jahren vor dem Gesuch; die Zeit zwischen dem 8. und 18. Lebensjahr zählt doppelt, tatsächlich anwesend musst du mindestens 6 Jahre gewesen sein. Der SPOP fasst es so zusammen: zehn Jahre in der Schweiz, davon die letzten zwei in derselben Gemeinde. Eingetragene Partnerinnen und Partner von Schweizerinnen und Schweizern: 5 Jahre in der Schweiz und 3 Jahre Partnerschaft.[1][16]
Bewilligung
Niederlassungsbewilligung C (autorisation d'établissement). Minderjährige über 16 erklären ihren Willen, das Schweizer Bürgerrecht zu erwerben, selbst schriftlich (Art. 31 Abs. 2 BüG).[1][16]
Wohnsitz in Kanton und Gemeinde
Keine eigene kantonale Frist, aber die letzten 2 Jahre vor dem Gesuch ununterbrochen in derselben Gemeinde: Nach Artikel 3 der Loi sur le droit de cité wird die Zusage des Gemeindebürgerrechts bei der Gemeinde beantragt, in der du unmittelbar vor dem Gesuch zwei Jahre Wohnsitz nachweisen kannst; Ausnahmen kann das Gouvernement aus wichtigen Gründen bewilligen (Dekret Art. 4 und 13). Ein Umzug innerhalb des Kantons vor dem Gemeindeentscheid setzt die Frist also neu; Haute-Sorne behandelte 2024 einen nach Delémont gezogenen Gesuchsteller auf seinen Wunsch trotzdem weiter.[4][5][9][1]
Wissensprüfung
Kein schriftlicher Test. Im Verfahren führt der Service de la population ein Gespräch (audition), in dem du einen Fragebogen zu deinen Kenntnissen der Schweiz und des Jura beantwortest, mit vier Themen: Geografie, Geschichte, Staatskunde (civisme) und Allgemeinwissen. Zahl der Fragen, Dauer und Bestehensgrenze publiziert der Kanton nicht. Der SPOP hat AvenirFormation mit einem Vorbereitungskurs beauftragt: 18 Lektionen in sechs Wochen, Montag oder Mittwoch 18.30 bis 21.00 Uhr an der École professionnelle Delémont, CHF 250 inklusive Unterlagen, Selbsttest zu jedem Thema, Voraussetzung Französisch A2 schriftlich und B1 mündlich. Die Gemeinden stützen sich auf das Ergebnis: In Haute-Sorne trug der Maire dem Conseil général vor, nach der Anhörung durch den SPOP seien alle Voraussetzungen erfüllt.[1][2][7][9]
Sprache
Französisch mündlich B1 und schriftlich A2 (Art. 6 Abs. 1 BüV), belegt bei der Gesuchseinreichung mit einem Zertifikat aus der fide-Liste der anerkannten Sprachnachweise oder mit dem fide-Sprachenpass. Kein Zertifikat brauchst du, wenn eine Landessprache deine Muttersprache ist, du mindestens fünf Jahre obligatorische Schule in einer Landessprache besucht oder eine Ausbildung der Sekundarstufe II oder Tertiärstufe in einer Landessprache abgeschlossen hast. Die fide-Sprachevaluation kannst du im Jura bei AvenirFormation ablegen, einem akkreditierten fide-Zentrum; das SEM empfiehlt sie, weil sie die schweizerische Realität abbildet.[3][16]
Sozialhilfe und Erwerb
Finanzielle Unabhängigkeit: keine Sozialhilfeabhängigkeit und keine Sozialhilfeschuld in den letzten drei Jahren, ausser die Schuld ist vollständig zurückbezahlt; Steuern bezahlt, keine Betreibungen und keine Verlustscheine; berufliche Integration. Belegt wird das mit der Bescheinigung der Recette de district über die Steuern, der Bescheinigung des Office des poursuites et faillites, der Arbeitgeberbescheinigung und der Bescheinigung der Sozialhilfe.[1]
Leumund und Rechtsordnung
Beachtung der schweizerischen Rechtsordnung. Das Gesetz von 1978 verlangt zusätzlich die Ausübung der bürgerlichen Rechte, einen guten Ruf, die Mittel für den eigenen Unterhalt und den der Familie sowie den Nachweis der Familien- und Staatsangehörigkeitsverhältnisse (Art. 6 Abs. 2 Loi sur le droit de cité); dafür stellt deine Gemeinde ein certificat de bonnes mœurs aus, das zum Gesuch gehört. Alle kantonalen und kommunalen Behörden liefern dem SPOP die nötigen Auskünfte, Berichte und Bescheinigungen gratis (Dekret Art. 21).[4][5][1]
Kantonale Gebühr
Der SPOP nennt für Ausländerinnen und Ausländer unter 25 Jahren CHF 200 pro Person und ab 25 Jahren CHF 500 bis 1000 pro Dossier. Dieselben Beträge setzt Artikel 15 des Dekrets als Rahmen des kommunalen émolument de naturalisation, den die Gemeinden nach der wirtschaftlichen Lage abstufen dürfen (Art. 5 Gesetz); die Gebühr des Kantons steht in Artikel 6 des Dekrets über die Gebühren der Kantonsverwaltung (DEmol, RSJU 176.21), auf das Artikel 24 des Einbürgerungsdekrets verweist: CHF 200 pro Person unter 25 Jahren, CHF 500 bis 1000 pro Dossier ab 25 Jahren, CHF 100 pro Person für Schweizerinnen und Schweizer. Die Gebührenrechnung kommt mit dem Entscheid des Gouvernement, und den arrêté de naturalisation erhältst du erst nach Zahlung und feierlichem Versprechen (Art. 23). Stand 6. September 2026.[1][17][5][4]
Gemeinde- und Bundesgebühr
Die Gemeinden legen ihre Gebühr im Rahmen des Dekrets selbst fest: Porrentruy verlangt nach seinem Reglement von 1992 CHF 100 bei einem steuerbaren Einkommen bis 60'000 Franken und CHF 200 darüber, CHF 50 für Minderjährige, Studierende und Lehrlinge, die Hälfte für Schweizerinnen und Schweizer; Delémont und Haute-Sorne nennen die Höhe auf Anfrage. Bund: CHF 100 pro volljährige Person, 150 für Ehegatten mit gemeinsamem Gesuch, 50 für selbständig gesuchstellende Minderjährige. Dazu der Vorbereitungskurs (CHF 250) und das Sprachzertifikat auf eigene Kosten.[10][5][16][7]
Dauer
Der Kanton nennt keine Dauer. Fixpunkte: Der Kurs dauert sechs Wochen; Gemeindeversammlungen und Conseils généraux tagen wenige Male pro Jahr, Haute-Sorne behandelte am 22. April 2024 drei Gesuche in einer Sitzung; nach der Gemeinde folgen die eidgenössische Bewilligung, der Entscheid des Gouvernement, die Gebührenrechnung und das feierliche Versprechen vor einer Regierungsdelegation, erst dann der arrêté de naturalisation.[9][5][2]
Entscheid
Drei Stufen: Die Gemeinde spricht die promesse d'admission aus, grundsätzlich mit Mehrheitsbeschluss der Gemeindeversammlung; das Gemeindereglement kann die Zuständigkeit dem Conseil général übertragen (Gesetz Art. 4, Dekret Art. 9), in Delémont entscheidet der Conseil de Ville, in Haute-Sorne der Conseil général. Der Gemeinderat prüft vorher die Voraussetzungen und legt das Gesuch erst dann vor (Dekret Art. 8). Danach holt der Kanton die eidgenössische Einbürgerungsbewilligung des SEM ein, und das Gouvernement erteilt Gemeinde- und Kantonsbürgerrecht gemeinsam (Gesetz Art. 6, Verfassung Art. 92 Bst. m) auf Bericht und Antrag des SPOP (Dekret Art. 22). Gegen den Vorentscheid des SPOP können du und die Gemeinde beim Gouvernement Beschwerde führen (Dekret Art. 21 Abs. 2). Mit dem Entscheid wirst du zur Zahlung der Gebühr und zum feierlichen Versprechen eingeladen: «Je promets d'être loyal envers la Confédération suisse et la République et Canton du Jura, d'en respecter les constitutions et les lois et de défendre en toute occasion les droits et libertés du peuple et des citoyens» (Art. 23a).[4][5][8][9][6]
Zuständig
Service de la population (SPOP), Naturalisations, Rue du 24-Septembre 1, 2800 Delémont, 032 420 50 00: Formulare und Einreichung; Schalter Montag und Freitag 9 bis 11 Uhr, Dienstag und Mittwoch 14 bis 16 Uhr, Telefonzentrale zusätzlich Dienstag und Mittwoch 9 bis 11 Uhr. Kurs und fide-Evaluation bei AvenirFormation, Rue de l'Avenir 33A, 2800 Delémont, 032 420 77 15. Bescheinigungen bei deiner Gemeinde, dem Office des poursuites et faillites und der Recette de district.[1][2][3][7]

Angaben geprüft am 6. September 2026.

So funktioniert das Einbürgerungsgespräch mit Fragebogen im Kanton Jura

Die Grundlage ist knapp und alt. Artikel 16 der Kantonsverfassung sagt, dass das Gemeindebürgerrecht das kantonale begründet und das Gesetz Bedingungen und Verfahren regelt. Die Loi sur le droit de cité vom 9. November 1978, noch von der Assemblée constituante erlassen, verlangt in Artikel 6 von Ausländerinnen und Ausländern die Ausübung der bürgerlichen Rechte, einen guten Ruf, die Mittel für den eigenen Unterhalt und den der Familie und den Nachweis der Familien- und Staatsangehörigkeitsverhältnisse; das Gouvernement erteilt ihnen das Gemeinde- und das Kantonsbürgerrecht gemeinsam, gestützt auf die Zusage der Gemeinde. Das Dekret vom 6. Dezember 1978 regelt das Verfahren. Von einem Test steht in beiden Erlassen nichts; die Integrationsprüfung folgt seit dem 1. Januar 2018 dem Bundesrecht, das der Kanton in seiner Medienmitteilung von 2017 als strenger ankündigte: C-Bewilligung, zehn Jahre Aufenthalt, erfolgreiche Integration und erstmals auch schriftliche Sprachkenntnisse.

Wie der Jura die Vertrautheit mit den Lebensverhältnissen prüft, steht auf der Seite des Service de la population: «Au cours de la procédure de naturalisation, vous participerez à un entretien durant lequel vous devrez répondre à un questionnaire sur vos connaissances de la Suisse et du Jura.» Der Fragebogen umfasst vier Themen, Geografie, Geschichte, Staatskunde und Allgemeinwissen. Zahl der Fragen, Dauer und Bestehensgrenze publiziert der Kanton nicht, und er stellt keinen Fragenkatalog online; als Lektüre verlinkt er «La Confédération en bref» und seine Seite zur jurassischen Geschichte. Das Gespräch findet vor dem Gemeindeentscheid statt: Im Conseil général von Haute-Sorne trug der Maire am 22. April 2024 zu jedem der drei Gesuche vor, nach der Anhörung durch den SPOP seien «tout est réuni pour accorder le droit de cité communal et cantonal», und der Rat stimmte per Akklamation zu.

Zur Vorbereitung hat der SPOP AvenirFormation mit dem Kurs S25 «Préparation à la naturalisation» beauftragt. Ziel ist, die politischen Institutionen der Schweiz und des Jura zu kennen, Staat und Verfassung, Demokratie und politische Rechte, Föderalismus und Parteien, das Funktionieren der Politik mit drei Gewalten und drei Ebenen, Abstimmungen und Wahlen, Geschichte, Geografie und Wirtschaft sowie die wichtigsten Elemente der jurassischen und schweizerischen Kultur. Der Kurs hat drei Themenblöcke, Geografie, Geschichte und markante Ereignisse; Demokratie, Föderalismus, Bürgerrecht; Sozialversicherungen, Gesundheitssystem, Arbeit und Bildung, dauert 18 Lektionen in sechs Wochen, Montag oder Mittwoch 18.30 bis 21.00 Uhr an der École professionnelle in Delémont, kostet CHF 250 inklusive Unterlagen und schliesst jedes Thema mit einem Selbsttest ab; Voraussetzung sind Französisch A2 schriftlich und B1 mündlich und die formellen Einbürgerungsvoraussetzungen. Die Daten stehen auf dem Anmeldeformular und auf avenirformation.ch. Denselben Ort nutzt der Kanton für die Sprache: AvenirFormation ist akkreditiertes fide-Zentrum für die Sprachevaluation, mit der du B1 mündlich und A2 schriftlich nachweist, wenn du nicht befreit bist.

Unsere 49 Fragen zum Kanton Jura decken den jurassischen Teil der vier Themen ab, so wie ihn die Verfassung, die Dates-clés des Kantons und die Statistik hergeben: die Fürstbischöfe von Basel mit Porrentruy als Residenz, den Wiener Kongress von 1815 und die Zuteilung an Bern, das Plebiszit vom 23. Juni 1974 mit 36'802 Ja gegen 34'057 Nein, die Unterplebiszite von 1975, mit denen Courtelary, La Neuveville, Moutier und das Laufental beim Kanton Bern blieben, die Verfassung vom 20. März 1977, die Anerkennung durch Volk und Stände am 24. September 1978 und die Souveränität am 1. Januar 1979, Vellerat 1996, das Nein des Berner Jura von 2013 und den Übertritt von Moutier am 1. Januar 2026. Dazu die Institutionen: das Parlement mit sechzig Abgeordneten (Art. 85), das Gouvernement mit fünf Mitgliedern (Art. 93), Delémont als Sitz von Parlament und Regierung und Porrentruy als Sitz der Gerichte (Art. 69), die vier Bezirke Delémont, Franches-Montagnes, Porrentruy und Moutier (Art. 109), das fakultative Referendum mit 2'000 Stimmberechtigten oder fünf Gemeinden (Art. 78), 51 Gemeinden und 858 km² seit dem Übertritt von Moutier laut Kantonsporträt (839 km² und 50 Gemeinden am 1. Januar 2025 im Mémento 2025) und 75'178 Einwohnerinnen und Einwohner Ende 2025. Für den Bundesteil nimm die Lektionen zu Politik, Geschichte und Geografie der Schweiz.

Die ordentliche Einbürgerung im Kanton Jura in sieben Schritten

Die Seite des SPOP, das Dekret von 1978 und die Gemeinden zeichnen den Weg: Formulare und Gesuch beim Service de la population, Prüfung und Gespräch mit Fragebogen, Zusage der Gemeinde durch Versammlung oder Rat, eidgenössische Bewilligung, Entscheid des Gouvernement, Gebühr und feierliches Versprechen, arrêté de naturalisation.

  1. 1

    Voraussetzungen prüfen und Kurs buchen

    Zähle nach: 10 Jahre in der Schweiz, davon 3 in den letzten 5 und die letzten 2 in derselben jurassischen Gemeinde, dazu die C-Bewilligung, drei Jahre ohne Sozialhilfe, bezahlte Steuern und keine Betreibungen. Melde dich bei AvenirFormation für den Kurs «Préparation à la naturalisation» an, wenn du die vier Themen des Fragebogens systematisch durchgehen willst (18 Lektionen, CHF 250), und plane die fide-Evaluation ein, falls du kein anerkanntes Französischzertifikat und keine Befreiung hast.

  2. 2

    Sprachnachweis Französisch B1 und A2

    Beschaffe vor der Einreichung die attestation des compétences linguistiques: ein Zertifikat aus der fide-Liste oder den fide-Sprachenpass, den du mit der fide-Evaluation bei AvenirFormation, einem anerkannten Zertifikat oder einem Validierungsgesuch beim Secrétariat fide erhältst. Befreit bist du mit einer Landessprache als Muttersprache, fünf Jahren obligatorischer Schule in einer Landessprache oder einer Ausbildung der Sekundarstufe II oder Tertiärstufe in einer Landessprache.

  3. 3

    Unterlagen bei Gemeinde, Betreibungsamt und Recette sammeln

    Der SPOP verlangt: Passkopie, certificat de bonnes mœurs der Wohngemeinde, attestation de domicile, Bescheinigung des Office des poursuites et faillites, Bescheinigung der Recette de district über die bezahlten Steuern, Arbeitgeberbescheinigung, Bescheinigung der Sozialhilfe und den Sprachnachweis. Minderjährige über 16 legen ihre schriftliche Willenserklärung bei. Das Dekret erlaubt den Gemeinden, im Reglement weitere Bedingungen vorzusehen (Art. 5 Abs. 2).

  4. 4

    Gesuch beim Service de la population und Gespräch

    Formulare und Einreichung laufen über den SPOP, Rue du 24-Septembre 1 in Delémont (032 420 50 00). Der Dienst prüft das Dossier, ordnet die nötigen Erhebungen an, für die ihm alle Behörden gratis Auskunft geben, und lädt dich zum Gespräch ein, in dem du den Fragebogen zu Geografie, Geschichte, Staatskunde und Allgemeinwissen der Schweiz und des Jura beantwortest. Seinen Vorentscheid teilt er dir und der Gemeinde mit; beide können ihn beim Gouvernement anfechten (Dekret Art. 21).

  5. 5

    Zusage der Gemeinde

    Der Gemeinderat prüft, ob die gesetzlichen und reglementarischen Voraussetzungen erfüllt sind, und legt das Gesuch erst dann vor (Dekret Art. 8): grundsätzlich der Gemeindeversammlung, die mit Mehrheit entscheidet, oder dem Conseil général, wo das Reglement es vorsieht; in Delémont ist es der Conseil de Ville, in Haute-Sorne der Conseil général, der die drei Gesuche vom 22. April 2024 per Akklamation guthiess. Du erhältst einen acte de promesse d'admission mit Unterschrift von Präsidium und Sekretariat der Versammlung (Art. 11), und die Gemeinde stellt ihre Gebühr in Rechnung, in Porrentruy CHF 100 oder 200 je nach Einkommen.

  6. 6

    Eidgenössische Einbürgerungsbewilligung

    Mit der Zusage der Gemeinde ersucht der Kanton das Staatssekretariat für Migration um die eidgenössische Einbürgerungsbewilligung, die nach Bundesrecht vor dem kantonalen Entscheid vorliegen muss. Der Bund verrechnet CHF 100 pro volljährige Person, 150 für Ehegatten mit gemeinsamem Gesuch und 50 für selbständig gesuchstellende Minderjährige.

  7. 7

    Entscheid des Gouvernement, Gebühr und feierliches Versprechen

    Auf Bericht und Antrag des SPOP entscheidet das Gouvernement über das Gesuch und erteilt Gemeinde- und Kantonsbürgerrecht zusammen (Gesetz Art. 6, Dekret Art. 22); der Entscheid erfasst auch die minderjährigen Kinder, wenn nichts anderes bestimmt wird. Er wird dir und der Gemeinde mitgeteilt, zusammen mit der Einladung, die taxe de naturalisation zu bezahlen und vor einer Delegation des Gouvernement das feierliche Versprechen abzugeben, loyal gegenüber der Eidgenossenschaft und der République et Canton du Jura zu sein, ihre Verfassungen und Gesetze zu achten und die Rechte und Freiheiten des Volkes und der Bürgerinnen und Bürger zu verteidigen. Danach erhältst du den arrêté de naturalisation (Art. 23 und 23a). Die Schweiz erlaubt die doppelte Staatsangehörigkeit; ob dein Herkunftsstaat sie ausschliesst, klärst du bei seiner Botschaft.

Vier Beispielfragen aus unseren Jura-Lektionen

So sehen die Übungsfragen in unseren Lektionen aus. Die richtige Antwort ist markiert, die Erklärung liefert den Hintergrund.

Was war die historische Bedeutung der Schaffung des Kantons Jura am 1. Januar 1979 im Kontext der Schweizer Geschichte?

  • Es repräsentierte die endgültige Lösung aller sprachlichen und kulturellen Spannungen in der Schweiz und etablierte eine dauerhafte Harmonie zwischen allen Kantonen
  • Es markierte die Expansion der Schweiz auf 26 Kantone und vervollständigte die modernen territorialen Grenzen des Landes nach Jahrhunderten allmählichen Wachstums
  • Es schuf den jüngsten Kanton der Schweiz — den einzigen, der im 20. Jahrhundert entstand — und bewies, dass der schweizerische Föderalismus Minderheitsaspirationen friedlich durch demokratische Prozesse aufnehmen kannRichtige Antwort
  • Es war das erste Mal, dass ein Kanton freiwillig mit einem anderen fusionierte, was den Trend der Schweiz zur Konsolidierung und Zentralisierung demonstrierte

Die Schaffung des Kantons Jura am 1. Januar 1979 war historisch bedeutsam: Nach 164 Jahren im Kanton Bern wurde der Jura zum jüngsten Kanton der Schweiz und zum einzigen, der im 20. Jahrhundert entstand. Dieses friedliche Entstehen bewies, dass der schweizerische Föderalismus flexibel genug ist, Minderheitsaspirationen durch demokratische Mittel statt Gewalt aufzunehmen, und diente als Beispiel für andere Minderheitenregionen weltweit und demonstrierte, dass kulturelle Minderheiten in Demokratien Autonomie erlangen können.

Welche drei Bezirke bilden den Berner Jura, der 1975 für den Verbleib beim Kanton Bern stimmte?

  • Moutier, La Neuveville und CourtelaryRichtige Antwort
  • Delsberg, Pruntrut und Freiberge
  • Biel/Bienne, Nidau und Laufen
  • Saignelégier, Saint-Ursanne und La Chaux-de-Fonds

Der Berner Jura (Jura bernois) wurde von den drei südlichen Bezirken gebildet, die bei der Teilung von 1975 für den Verbleib beim Kanton Bern stimmten: Moutier, La Neuveville und Courtelary. Zwei Dinge haben sich seither geändert. 2010 fasste die bernische Bezirksreform die drei zu einem einzigen Verwaltungskreis zusammen, dem Jura bernois mit Hauptort Courtelary. Und am 1. Januar 2026 wechselte die Stadt Moutier von Bern zum Kanton Jura, sodass der Berner Jura heute 39 Gemeinden zählt und Saint-Imier seine grösste Ortschaft ist. Die Region behält einen Sonderstatus, der ihre Lage als französischsprachiges, historisch reformiertes Gebiet in einem mehrheitlich deutschsprachigen Kanton anerkennt.

Was macht die direktdemokratischen Instrumente des Kantons Jura im Vergleich zu anderen Schweizer Kantonen besonders zugänglich?

  • Der Kanton stellt staatliche Finanzierung für jede Bürgergruppe bereit, die eine Referendumskampagne starten möchte
  • Der Jura erlaubt E-Voting für alle Referenden, wodurch die Teilnahme einfacher ist als bei papierbasierten Systemen
  • Der Jura hat keine Unterschriftenfrist, sodass Bürger unbegrenzt Unterschriften sammeln können, bis sie Erfolg haben
  • Nur 2'000 Unterschriften sind erforderlich, um ein Referendum oder eine Initiative auszulösen, was weniger als 3% der Bevölkerung entsprichtRichtige Antwort

Die direkte Demokratie des Kantons Jura ist ausserordentlich zugänglich: Nur 2000 Unterschriften braucht es, um ein Gesetz mit dem fakultativen Referendum anzufechten oder mit einer Volksinitiative eine Verfassungsänderung vorzuschlagen. In einem Kanton mit 75'178 Einwohnerinnen und Einwohnern (31. Dezember 2025) sind das weniger als 3% — eine der niedrigsten Hürden für Bürgerbeteiligung in der Schweiz. Fristen gibt es allerdings: 60 Tage für die Unterschriften eines fakultativen Referendums und 12 Monate für eine Volksinitiative. Diese Zugänglichkeit spiegelt die starke Bürgerkultur wider, die aus dem langen Unabhängigkeitskampf des Jura erwuchs.

Der eigene Feiertag des Kantons Jura fällt auf den 23. Juni. Woran erinnert dieses Datum?

  • Das Plebiszit vom 23. Juni 1974, bei dem die Jurabezirke für die Schaffung eines eigenen Kantons stimmtenRichtige Antwort
  • Die Unterzeichnung eines Unabhängigkeitsvertrags mit Bern in Delémont im Jahr 1975
  • Der Tag, an dem die Kantonsverfassung in Kraft trat und der Jura der Eidgenossenschaft beitrat
  • Der Festtag des heiligen Ursicinus, des irischen Mönchs, der Saint-Ursanne gründete

Der eigene Feiertag des Kantons Jura ist der 23. Juni, die «Commémoration du plébiscite» — auch Fête de l'indépendance jurassienne genannt. Am 23. Juni 1974 stimmten die sieben Jurabezirke mit 36'802 zu 34'057 Stimmen (51,9%) für die Schaffung eines eigenen Kantons. Der Kanton selbst entstand erst am 1. Januar 1979, doch das ist Neujahr und ohnehin in der ganzen Schweiz ein Feiertag; der Jura gedenkt deshalb der Abstimmung, die ihn möglich machte. Zu den offiziellen Feierlichkeiten gehören Flaggenhissung, Ansprachen und die Kantonshymne «La Nouvelle Rauracienne», offiziell seit dem 21. Juni 1990.

Lektionen

Häufige Fragen zum Einbürgerungstest im Kanton Jura

Gibt es im Kanton Jura einen Einbürgerungstest?
Keinen schriftlichen Test. Der Service de la population lädt dich im Verfahren zu einem Gespräch ein, in dem du einen Fragebogen zu deinen Kenntnissen der Schweiz und des Jura beantwortest; die vier Themen sind Geografie, Geschichte, Staatskunde und Allgemeinwissen. Fragenzahl, Dauer und Bestehensgrenze publiziert der Kanton nicht.
Wie bereite ich mich auf das Gespräch vor?
Mit dem Kurs «Préparation à la naturalisation», den der SPOP bei AvenirFormation in Delémont bestellt hat: 18 Lektionen in sechs Wochen, Montag oder Mittwoch abends, CHF 250 inklusive Unterlagen, mit Selbsttests zu Geografie und Geschichte, Demokratie und Föderalismus sowie Sozialversicherungen, Gesundheit, Arbeit und Bildung. Der Kanton verlinkt dazu «La Confédération en bref» und seine Geschichtsseite; unsere Fragen decken den jurassischen Teil ab.
Welches Französischniveau brauche ich?
B1 mündlich und A2 schriftlich, belegt bei der Einreichung mit einem Zertifikat der fide-Liste oder dem fide-Sprachenpass; die fide-Evaluation gibt es im Jura bei AvenirFormation. Befreit sind Muttersprachige einer Landessprache und wer fünf Jahre obligatorische Schule oder eine Ausbildung ab Sekundarstufe II in einer Landessprache absolviert hat.
Wie lange muss ich im Jura wohnen?
10 Jahre in der Schweiz nach Bundesrecht und die letzten 2 Jahre in derselben jurassischen Gemeinde, denn die Zusage des Gemeindebürgerrechts wird bei der Gemeinde beantragt, in der du zwei Jahre Wohnsitz nachweisen kannst. Ausnahmen kann das Gouvernement aus wichtigen Gründen bewilligen.
Was kostet die Einbürgerung im Jura?
Der SPOP nennt CHF 200 pro Person unter 25 Jahren und CHF 500 bis 1000 pro Dossier ab 25 Jahren; das Dekret setzt dieselben Beträge als Rahmen der Gemeindegebühr, Porrentruy verlangt CHF 100 oder 200 nach Einkommen und 50 für Minderjährige. Bund: CHF 100, 150 für Ehepaare, 50 für Minderjährige. Dazu Kurs CHF 250 und Sprachzertifikat. Die Gebühr wird mit dem Entscheid des Gouvernement fällig. Stand 6. September 2026.
Wie lange dauert die Einbürgerung im Jura?
Der Kanton nennt keine Dauer. Rechne mit dem Rhythmus der Gemeindeversammlungen oder Räte, die wenige Male im Jahr tagen, dann mit der eidgenössischen Bewilligung, dem Entscheid des Gouvernement und dem Termin für das feierliche Versprechen vor einer Regierungsdelegation, ohne das der arrêté nicht ausgestellt wird.
Wer entscheidet über mein Gesuch?
Zuerst deine Gemeinde mit der promesse d'admission: die Gemeindeversammlung oder, wo das Reglement es vorsieht, der Conseil général beziehungsweise in Delémont der Conseil de Ville. Dann das SEM mit der eidgenössischen Bewilligung, zuletzt das Gouvernement, das Gemeinde- und Kantonsbürgerrecht gemeinsam erteilt. Den Vorentscheid des SPOP kannst du beim Gouvernement anfechten.
Was gilt für Kinder und Paare?
Minderjährige Kinder werden in der Regel einbezogen, und der Entscheid des Gouvernement erfasst sie, wenn nichts anderes bestimmt wird; ab 16 erklären sie ihren Willen schriftlich selbst. Unter 25 zahlt jede Person CHF 200, ab 25 gilt die Gebühr pro Dossier von CHF 500 bis 1000; der Bund verlangt von Ehepaaren mit gemeinsamem Gesuch CHF 150.

Quellen

  1. République et Canton du Jura, Service de la population (SPOP): Naturalisation ordinaire (conditions, entretien avec questionnaire en quatre thèmes, liste des documents, émoluments CHF 200 par personne sous 25 ans et CHF 500 à 1'000 par dossier dès 25 ans, contact Rue du 24-Septembre 1, 2800 Delémont, 032 420 50 00)
  2. SPOP: Naturalisations – Devenir suisse (double nationalité, cours de préparation à l'entretien de naturalisation confié à AvenirFormation, horaires du guichet et de la centrale téléphonique)
  3. SPOP: Attestation de langue pour la naturalisation (français B1 oral et A2 écrit selon l'art. 6 OLN, liste fide des certificats reconnus, dispenses, passeport des langues, évaluation fide chez AvenirFormation)
  4. Loi sur le droit de cité (RSJU 141.1) du 9 novembre 1978, état 2013: art. 2 à 6 (promesse d'admission par la commune, deux ans de domicile dans la commune, émolument communal, octroi conjoint du droit de cité communal et cantonal par le Gouvernement) et 11 (PDF dans le lecteur du RSJU)
  5. Décret concernant l'admission au droit de cité communal et cantonal et la libération des liens de ce droit de cité (RSJU 141.11) du 6 décembre 1978, état 2013: art. 4 à 15 (procédure communale, assemblée ou conseil général, émolument communal 200 / 500 à 1'000), 18 à 24 (examen par le service cantonal, décision du Gouvernement, taxe et promesse solennelle) (PDF dans le lecteur du RSJU)
  6. Constitution de la République et Canton du Jura (RSJU 101), état 2025: art. 16 (droit de cité), 69 (Delémont siège du Parlement et du Gouvernement, tribunaux à Porrentruy), 78 (référendum facultatif à 2'000 électeurs), 85 (Parlement de soixante députés), 93 (Gouvernement de cinq membres), 109 (quatre districts, Moutier depuis le 1er août 2025) (PDF dans le lecteur du RSJU)
  7. AvenirFormation, cours S25 «Préparation à la naturalisation» sur mandat du Service de la population (objectifs, trois thèmes, 18 leçons en six semaines le lundi ou le mercredi de 18 h 30 à 21 h, École professionnelle Delémont, CHF 250 supports compris, prérequis A2 écrit et B1 oral) (PDF)
  8. Ville de Delémont: Autorités politiques (le Conseil de Ville décide de l'admission et de la promesse d'admission au droit de cité communal)
  9. Commune mixte de Haute-Sorne: procès-verbal du Conseil général du 22 avril 2024, points 14 à 16 (trois demandes de naturalisation ordinaire accordées après l'audition par le Service de la population) (PDF)
  10. Municipalité de Porrentruy: Règlement relatif aux émoluments de naturalisation du 1er octobre 1992 (CHF 100 jusqu'à 60'000 francs de revenu imposable, CHF 200 au-delà, CHF 50 pour mineurs, étudiants et apprentis) (PDF)
  11. Statistique publique jurassienne: 1.1 État et structure de la population, tableau T.01.01.01 (population résidante permanente 75'178 au 31 décembre 2025, mise à jour du 20 août 2026)
  12. République et Canton du Jura: Mémento statistique 2025 (74'840 habitants fin 2024, 50 communes au 1er janvier 2025, 839 km², 89 habitants par km²) (PDF)
  13. Chancellerie d'État: communiqué du 29 novembre 2024 «Transfert de Moutier: date confirmée et premières mesures transitoires» (entrée en vigueur du concordat et transfert de la commune au 1er janvier 2026)
  14. Chancellerie d'État: Les dates-clés de la République et Canton du Jura (plébiscite du 23 juin 1974, Constitution du 20 mars 1977, vote fédéral du 24 septembre 1978, souveraineté le 1er janvier 1979, Vellerat 1996, votation du 24 novembre 2013)
  15. Office fédéral de la statistique: Répertoire officiel des communes de Suisse (51 communes dans quatre districts, dont Moutier depuis le 1er janvier 2026; état au 6 septembre 2026)
  16. Loi fédérale sur la nationalité suisse (LN, RS 141.0), art. 9 à 12, 30 et 31, et ordonnance sur la nationalité (OLN, RS 141.01), art. 6 et 25
  17. Décret fixant les émoluments de l'administration cantonale (DEmol, RSJU 176.21) du 24 mars 2010: art. 6 (émoluments de la Chancellerie d'État pour les décisions du Gouvernement, ch. 1 octroi du droit de cité: étrangers de moins de 25 ans CHF 200 par personne, dès 25 ans CHF 500 à 1'000 par dossier, citoyens suisses CHF 100 par personne) (PDF dans le lecteur du RSJU)
  18. République et Canton du Jura, Jura-Portrait: Le Jura, un canton au centre du réseau européen (superficie 858 km², 51 communes en quatre districts dont Moutier)
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